FreitagsBrief 3/2018

Mit der brutalen Mehrheit von 56 Prozent knüppelt Martin „ich-will-jetzt-aber-auch-Minister-werden“-Schulz seine Mehrheit zur GroKo am vergangenen Sonntag durch. Unterstützt von Andrea „morgen-kriegen-die-was-in-die-Fresse“-Nahles wird die komplette SPD vorgeführt. Die Geilheit nach Posten und Rampenlicht ist einfach zu groß, die Minderwertigkeitskomplexe einfach zu ausgeprägt, als das sich einer von Brandt´s Erben dem gegebenen Wort verpflichtet fühlt.SPD-stimmt-mit-ja

 

Was beruhigt: das „Projekt 12%“ ist bei der SPD eingeläutet. Andrea Nahles gilt als neue Hoffnungsträgerin. Schlimmer kann es einer Partei eigentlich nicht gehen.

 

Dafür gewinnen die Sozialdemokraten auf einem ganz anderen Feld an Profil. Unter der aktuellen GroKo werden Waffen in Kriegs- und Krisengebiete verschoben, dass es nur so kracht – im wahrsten Sinn des Wortes. Ein ungeahnter wirtschaftliche Aufschwung blüht auf im Inland, wenn sich jenseits der Grenzen die Damen und Herren ihr letztes Hab und Gut unter dem Allerwertesten wegbomben.

 

Vorne dabei unter Zuhilfenahme der germanischen Waffenschmieden: The Master of Dekret, Recep Tayyip Erdoğan.
Die Türkei huscht unter dem romantischen Titel „Operation Olivenzweig“ rasch über die syrische Grenze, um gegen die Kurden im Norden Syriens die Waffen in Stellung zu bringen. Wie sprach der osmanische Politiker bei einem Gast-Auftritt in Köln vor versammelten Landsleuten: „Der türkische Mensch bringt nur Liebe und Freundschaft“.
Mittlerweile ist Sand in das Angriffs-Getriebe geraten. Für die türkische Armee kein außergewöhnliches Ereignis. Kennt man doch den Umstand, dass Angriffe gelegentlich ins Stocken geraten.

 

Deutschlands wohl bekannteste Baustelle wird – welch Überraschung – teuerer und später fertig, als ursprünglich vermutet. Wobei man inzwischen gar nicht mehr weiß, wie weit der „Ursprung“ zurück liegt.
Das sehen alle Beteiligten recht sportlich, gibt es doch Konkurrenz um den Titel der „fleischgewordenen Endlosschleife“.

 

Die Globalisierung greift weiter um sich.
Nicht nur Handelsgüter wandern rund um den Globus, inzwischen folgen dummerweise ganze Völker den Waren. Das war jetzt so nicht geplant und bedarf dringend einer Korrektur. Also bei den Völkern. Nicht den Waren.
Der Globalisierung entsprechend verlagert werden zunehmend auch politische Auseinandersetzungen. Im Laufe des Frühjahrs soll eine Großdemonstration gegen den nächsten G20-Gipfel organisiert werden. Nach den Erfahrungen mit dem Polizeistaat, der in Hamburg seine häßliche Fratze zeigte, wird die kommende Anti-G20-Demo in Ankara stattfinden.

 

Die 2009 gestartete Mondsonde „Lunar Reconnaissance Orbiter“ hat auf dem Mond fast alle US-Fahnen, die dort jemals von den Astronauten in den Mondstaub gerammt wurden, wieder entdeckt.
Die ersten beiden Menschen landeten im Rahmen der Mission Apollo 11 am 20. Juli 1969 um 21:17 Uhr auf dem Mond.
Da war Dagmar Berghoff junge 26 Jahre alt. Und Regisseur Dieter Wedel auch. Die Eine läßt sich nun von ihrem Haussender ordentlich feiern, während der andere medial nach allen Künsten zerrissen wird. Wenn Sie sich also immer gefragt haben, was Nachrichtensprecherinnen, Regisseure und Fahnen im Warenwert von 99 cent gemeinsam haben: Bitte. Gern geschehen.

 

Nordirland hat seit knapp einem Jahr keine Regierung mehr. Die Funktion von Politikern scheint also weit überschätzt zu sein, denn offensichtlich bricht ja im Land der keltischen Baukunst kein Chaos aus.
Wie beruhigend, denn auch hierzulande kann das ja noch dauern.
Wobei: nach letzten Meldungen soll über die Regierungsbildung bis Karneval Klarheit herrschen.
Bis Karneval. Es hat nie besser gepaßt.

 

Mit diesem Ausblick auf das bevorstehende närrische Treiben verabschiede ich mich hier und wünsche allseits eine gute Zeit und wenn Sie mögen, bis kommenden Freitag. Und dann gewiß auch wieder pünktlich.

Wie sprach Ihre Majestät, Angela l, jüngst bei ihrer Buchvorstellung: „Alles, was noch nicht gewesen ist, ist Zukunft, wenn es nicht gerade jetzt ist.“

Bleiben Sie stark! Sie werden es brauchen.

Marcus

 

4 Gedanken zu „FreitagsBrief 3/2018

  1. Dietmar

    Wenn die Jungs und Mädchen mit der Regierung bis zum 1. April warten, können sie hinterher sagen : es war nicht so gemeint. Und alle sind aus dem Schneider.

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