FreitagsBrief 12/2018

Vor-Österliches Lamm-Essen und Eiersuchen in Schloss Euxinograd im bulgarischen Warna zum Wochenstart mit Vertretern der Türkei und der EU.
Die Woche zwischen Jesu Einzug in Jerusalem und dem letzten Abendmahl wurde eingeläutet, dekoriert mit schmauchspurenbenetzten Zweigen der „Operation Olivenzweig“, frisch importiert aus Afrin.
Lustig bemalte, bunte Ostereier wurden dort versteckt, gefüllt mit allerlei westlichen Werten.
Die Oster-Eier haben hierzulande ja bis heute eine besondere Bedeutung:
Sie sind ein Zeichen der Hoffnung für neues Leben und für die Auferstehung – der Türkei von den Toten der EU-Beitrittskandidaten.
Als Ostergeschenk gab es in Warne dann die Auszahlung der zweiten Rate von abermals drei Milliarden Euro für das Hauptanliegen der Europäischen Union: die Reisewilligen aus fernen Ländern auf möglichst großer Distanz zu halten.

 

Urlaub in der Bundesrepublik wird bei Gästen aus dem Inland und dem Ausland immer beliebter. Der Boom im Deutschland-Tourismus setzt sich nun schon das achte Jahr in Folge fort. Die Branche ist dennoch in Sorge: in letzter Zeit häufen sich Beschwerden.
Deutsche Amtsträger setzen jüngst vermehrt katalanische Reisende fest, vorzugsweise aus Finnland über Dänemark in unser Land kommend.
Carles Puigdemont, 55, aus Girona/Katalonien, sitzt seit vergangenem Sonntag in Neumünster (Schleswig-Holstein) fest und es ist unsicher, ob er die Osterfeiertage mit seiner Familie in der Heimat verbringen kann.

 

Die Menge des frei handelbaren Ökostroms aus deutscher Produktion ist bekanntermaßen recht gering. Die Nachfrage nach grünem Strom ist in der vergangenen Zeit allerdings rasant gestiegen.
Um die hohe Nachfrage zu bedienen, gehen viele Ökostrom-Anbieter einen witzigen Umweg.
Sie kaufen sogenannte Herkunftsnachweise. Diese Nachweise bestätigen, dass eine bestimmte Menge Ökostrom produziert wurde – egal wo.
Wer die Nachweise gekauft hat und besitzt, kann die entsprechende Menge an Strom aus deutscher Kohle-Produktion als Ökostrom verkaufen. Besonders preiswert sind Herkunftsnachweise aus Skandinavien, weil dort Strom aus Wasserkraft in riesigen Mengen produziert und vorhanden ist.

 

Einen ähnlichen Etikettenschwindel leben die Sozial-Demokraten seit Schröder vor.
Das ungeliebte Sozen-Baby „Hartz4“ soll umgetauft werden in das „solidarische Grundeinkommen.“
Grundsätzlich wird sich allerdings nichts ändern, es geht weiterhin um Angstmache vor Arbeitslosigkeit, Kontrolle und Entwürdigung. Die Menschen in Arbeit sollen, mit der Bedrohung durch Hartz IV nach Arbeitslosigkeit , diszipliniert und zu Lohnzurückhaltung und unwürdigen Arbeitsverhältnissen gezwungen werden. Diesmal aber „solidarisch“. Nach dieser Methode wurde etwa in der Vergangenheit aus der „Aktion Sorgenkind“ die „Aktion Mensch“, aus dem „Krieg“ wurde ein „Auslandseinsatz“ und aus der „Obergrenze“ der „Atmende Richtwert“.
Und was machen wir aus der SPD?

 

Um auch auf dem Arbeitsmarkt zumindest den Eindruck zu erwecken, dass sich allerorts neue Berufsbilder platzieren, die nach Fachkräften lechzen, ist auch hier der phantasievollen Wortschöpfung keine Grenze gesetzt. Aus dem altbekannten Dachdecker wird zukünftig der Dachdeckungstechniker, oder der Abdichtungstechniker oder der Außenwandbekleidungstechniker oder der Energietechniker für Dach und Wand oder gar der Reetdachtechniker. Gerne werden diese Berufe als Personalleasing (alt: prekäre Beschäftigung) angeboten.

 

Die Giordano-Bruno-Stiftung will heute, am Karfreitag, die Jesus-Satire „Das Leben des Brian“ in der „Alten Kanzlei“ in Bochum zeigen. Die evangelische Prälatin Gabriele Arnold, die in der Stiftskirche predigt, findet dieses Ansinnen „geschmacklos“.
Für Protestanten sei der Karfreitag wegen des Kreuztodes Jesu der wichtigste Feiertag im Jahr und sie sei entsprechend  „irritiert“, dass sich die „Alte Kanzlei“ als Nachbar zur Stiftskirche als Veranstaltungsort hergegeben habe.
Schön, dass sich wenigstens andere Religionen dem Humor und der Satire zugetan fühlen und über Glauben und die Religionsstifter gerne herzhaft und ausgiebig lästern und lachen.

 

Ein langes Wochenende zwischen Tod und Auferstehung liegt vor uns.
Oder zwischen Osterhase und Osterfeuer. Je nachdem und jedem das Seine.
Ich wünsche ein entspanntes, besinnliches oder sonniges Wochenende.

Bleibt bunt!

Marcus

 

Wer mag, sende mir eine Mail an marcus@gottfried.online und läßt sich im Verteiler listen, auf das der FreitagsBrief durch Eure Hand reichlich Verteilung findet in dieser bunten, unüberschaubaren Online-Welt.

Für die Abbestellung der wöchentlichen Postille gilt der gleiche Weg.

5 Gedanken zu „FreitagsBrief 12/2018

  1. Frank Fritsch

    Der Freitagsbrief gehört mittlerweile zum Leben wie die Tagesschau um 8 🙂

    Und ein paar neue „Fans“ unter den Kollegen gibt es auch – die bekommen den Link immer postwendend weitergeleitet.

    Weiter so – mach(t) mich froh!!!!

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  2. Schorsch Wenke

    Möni hat recht. Auch wenn mir jeden Freitag übel ist – – weil dieser Marcus immer, immer, immer so verdammt recht hat. Er ist halt ein Immigrant, so ein Zugereister aus Absurdistan. So ein Politikschwurbeiworte-Terrorist. So ein Ignorant der bürgerlichen Verfassung und ihrem Artikel eins: „Du sollst haben keine Meinung außer der, die dir gegeben ist durch Gehorsam gegenüber denen, die sie zu deuten sich erdreisten.“ – Hab ich aus dem Ablassbriefen, die im Namen des Herren Trump derzeit feilgeboten werden.

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