Archiv der Kategorie: FreitagsBrief

FreitagsBrief 6/2018

In wenigen Wochen läuft das Mandat der Bundeswehr im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ aus. Die Bundeswehr, Kriegspartei im Syrienkrieg, soll nach dem erfolgreichen Kampfeinsatz als Anschlußverwendung im Norden des Irak den kurdischen Peschmerga Unterstützung leisten.
Die deutsche Marine kann da leider nicht hilfreich zur Seite stehen; der wassergebundenen Armee gehen schneller die einsatzfähigen Schiffe aus, wie der SPD die Vorsitzenden.

Dabei sucht Flinten-Uschi nicht nur eine Lösung für die Marine. Die Bundeswehr sucht weiter einen Nachfolger für ihr „Ich-kann-um-die-Kurve-schießen“ – Sturmgewehr G36. Nach SigSauer ist nun auch Rheinmetall/Steyr-Mannlicher aus dem Angebotsverfahren ausgestiegen.

Die Staffelübergabe bei der SPD gestaltet sich schwieriger, als von Schulz/Nahles geplant.
Es ist angedacht, die Vergabe des  Vorsitz der ehemaligen Volkspartei zukünftig ähnlich einer Erbmonachie zu gestalten. Mitgliederbefragungen oder Ur-Wahlen bremsen da nur.

Vorerst, kommissarisch sozusagen, wird aus Schulz ein Scholz.
Auf dass die Partei nicht zu sehr nach links rückt, schickt Olaf die Revoluzzer aus den eigenen Reihen zum nächsten G20-Gipfel erstmal in`s Schanzenviertel zum abkühlen.
Die Zukunft des „Herrn mit den Haaren im Gesicht“ ist jedenfalls recht überschaubar.

Aber es sollen ja keine Personalfragen im Vordergrund stehen.
„Im Zentrum unserer Gesundheitspolitik stehen die Patientinnen und Patienten und die Qualität ihrer medizinischen Versorgung“ – ein wunderbarer, epochaler Satz, frisch aus dem Koalitionsvertrag der möglichen GroKo. Wenn das nicht´s wird.

Die Unterschiede beim Gehalt von Männern und Frauen sind bekanntermaßen groß. Besonders im Osten. Da verdienen die Damen etwa 10% mehr. Diese Lohn-Lücke – auf neudeutsch „Gender-Pay-Gap“ – ist vermutlich der Grund, warum so viele ostdeutsche Männer der AfD ihre Aufwartung machen.

In diesen alternativen Parteikreisen war auch sehr schnell klar, dass das Attentat vom Kölner Karneval nur einen islamitischen Hintergrund haben kann.

Fünf Verletzte in Köln.
So viel Glück war in den USA diese Woche beim Amoklauf des ehemaligen Schülers nicht zu erwarten.
18 Vorfälle dieser Art in diesem jungen Jahr, 290 in den letzten 5 Jahren. Konsequenz: 0.

Nachdem man sich mittlerweile gelangweilt bis angewidert von den SPD-Scharmützeln abwendet, entdeckt man alte bekannt wieder: den Diesel!
Um der Luft in den Innenstädten schnell und erfolgversprechend auf die Sprünge zu helfen, wird der kostenlose öffentliche Personennahverkehr ins Spiel gebracht.
Wie das im Auge der Zweifler dann aussieht, zeigt seit graumer Zeit schon die Bahn.
Nur eben nicht kostenlos.

Nutella hat sein Rezept verändert. Weniger Kakao, mehr Milchpulver
In einem 450 Gramm-Glas steckten vorher 33,75 Gramm Milchpulver.
Nun sind es 39,15 Gramm, satte 16 Prozent mehr. Das klingt viel. Ist es aber nicht.
Fragen sie mal die SPD nach 16%.

Auf das die verlängerte Narrenzeit in Berlin ein Ende findet.
Ich wünsche ein sonniges, entspanntes und rutschfestes Wochenende.

Bleibt bunt, stark und neugierig.

Marcus

Wer mag, sende mir eine Mail an marcus@gottfried.online und läßt sich im Verteiler listen, auf das der FreitagsBrief durch Eure Hand reichlich Verteilung findet in dieser bunten, unüberschaubaren Online-Welt.

Für die Abbestellung der wöchentlichen Postille gilt der gleiche Weg.

 

 

FreitagsBrief 5/2018

Eine weitere GroKo-Woche neigt sich dem Ende. Hoffentlich.
Keine Satire, kein Kabarett könnte das liefern, was die Sozialdemokraten zur Zeit aufführen.
„Oh, Boden tu´Dich auf und lass uns vor Scham versinken.“

 

Zum Wochenstart wurde noch verhandelt.
Bis dahin war die Welt noch einigermaßen in Ordnung.
Im italienischen Macerata feuert ein Mann aus vermutlich rassistischen Beweggründen auf sechs Afrikaner. Außenseiter Philadelphia gewinnt den Super Bowl, und am 5. Februar 2018 sind 28 Jahre, zwei Monate und 27 Tage vergangen. Genauso lange trennte die Berliner Mauer in der Zeit zwischen dem 13. August 1961 und dem 9. November 1989 Menschen in Ost und West. Und hier geht der Zirkus weiter ….

 

Die deutschen Landwirte werden sich auf finanzielle Kürzungen der EU-Gelder einstellen müssen. Im Budget fehlen wegen des Brexits voraussichtlich bis zu 14 Milliarden Euro an britischen Beiträgen. Um die Bauern vorab zu entlasten, werden die Kosten zur Reinigung des düngelmittel-verseuchten Grundwassers auf die Verbraucher umgelegt. CDU und SPD hatten im Entwurf ihres Koalitionsverhandlungspapiers die Forderung aufgegriffen und wollten die Hersteller und Verursacher in die Pflicht nehmen. Doch die Forderung wurde nun ersatzlos gestrichen.

 

100 Jahre Frauenwahlrecht in Großbritannien. Zu diesem Feiertag plant die SPD hinter vorgehaltener Hand Martin Schulz durch Andrea Nahes zu ersetzen.
Andrea – „auf die Fresse“ – Nahles soll also neue Vorsitzende der SPD werden.
Eine Frau, die sagt, was sie denkt. Und was sie denkt, ist das Problem, nicht, dass sie es sagt.
Frau Nahles war für den Seeheimer Kreis und die Wirtschaftslobby sehr aktiv. Als begeisterte Anhängerin der Agenda 2010 hat sie Schröder´s Baby nicht nur fortgeführt, sondern nach Kräften ausgebaut. Beim Abbau von Arbeitnehmerrechten (Beispiel GDL) war sie in vorderster Front dabei. Die geplante Lähmung der Gewerkschaften geht auf ihr Konto.
Willkommen, Frau Bätschi.

 

Der Wendehals (Jynx torquilla martin schulza) ist der aktivste deutsche Vertreter der Gattung Jynx, der in Berlin beheimateten sozialdemokratischen Wendehälse (Jynx ruficollis sozialdemokratis). Die Art ist von Würselen bis in an die Spitze der alternden Volkspartei verbreitet. Berlin ist flächendeckend besiedelt.
Deutschlands bekanntestes Exemplar stellt sich nun der Mitgliederbefragung.
Und dabei geht es nicht nur um eine marktkonforme Regierung, sondern um das Wohl und Weh einiger anderer Protagonisten.

 

Endlich! Endspurt in der fünften Jahreszeit!
Zeit für den organisierten und gesellschaftlich akzeptierten Seitensprung.
Gibt´s auf Haiti übrigens auch. Da allerdings werden Seitensprünge und Besuche bei Prostituierten von den Arbeitgebern bezahlt. Die Hilfsorganisation Oxfam finanziert das über die Spendengelder. Ein beneidenswertes Geschäftsmodell. Wenn das seinerzeit schon VW in Brasilien gewußt hätte ….

 

„Betrachte die Lage von allen Seiten, und Du wirst offener werden.“ Ein Zitat des Dalai-Lama, das Mercedes auf dem Instagram-Account in China gepostet hat. Nun ist die Beziehung zwischen Herrn Lama und den Chinesen etwas angespannt. Aber der chinesische Markt für Mercedes sehr wichtig. Mit der nachgereichten Botschaft : „Man erkenne, dass man die Gefühle der Menschen in China verletzt habe und Daimler werde sein Verständnis für die chinesischen Werte vertiefen“ , werden hoffentlich schwerere finanzielle Einbußen abgefedert.
100 Euro, ohne Gummi 200.

 

In der Olympia-Stadt verbreitet sich das Norovirus. Bestimmt haben die Russen (die waren es ja seither immer) das Virus mit Trollen in das Grundwasser von Pyeongchang geschleust und rächen sich für die Absage des IOC.

 

Im Februar 1998 stirbt mit 41 Jahren Johann „Hans“ Hölzel, besser bekannt als „Falco“.
20 Jahre später, im Februar diesen Jahres Rolf Zacher. Genie und Wahnsinn, Weltruhm und Drogen. Aber Typen.
Und im Angesicht vom Zustand der GroKo-Protagonisten wird die Sehnsucht nach „Typen“ schon fast quälend.

 

Ich wünsche ein entspanntes Wochenende.

Bleibt bunt und neugierig.

Marcus

 

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FreitagsBrief 4/2018

Den Löffel abgeben – Sie kennen den Ausspruch?
Laut der „Gesellschaft für deutsche Sprache e.V.“ nimmt man diesen Ausspruch seit dem 19. Jahrhundert, wenn jemand verstorben ist. Der Löffel steht dabei für die notwendige Tätigkeit des Essens und war zu dieser Zeit ein individueller, kostbarer Besitz. So wird das Sterben mit dem Weglegen des Löffels umschrieben.
Am vergangenen Sonntag hat nun ein uns allen bekannter Schwede seinen Inbusschlüssel abgegeben.
Ikea-Gründer Kamprad verstarb 91jährig.

 

Ikea. Das Möbelhaus, dass lange vor der Wiedervereinigung eine zarte Brücke in die damalige DDR schlug. Der schwedische Konzern ließ seinerzeit schon einige Bürger der DDR an dem nordischen Einrichtungs-Schick teilhaben. Politisch Gefangene in DDR-Gefängnissen waren kostengünstig in die Produktion der Möbel „eingebunden“.

 

Apropos kostengünstig …. Millionen Menschen arbeiten unterhalb des Mindestlohns.
Wer hätte das gedacht? Der Verdacht liegt nahe, dass Frau Nahes (das ist die, die anderen immer eins in die Fresse …. egal), also das die Person, die das Gesetz ausgearbeitet hat, nicht sonderlich viel Ahnung gehabt haben kann.
So etwas gab es schonmal. Flaschen-Einwegpfand.

 

Und wo wir schonmal bei Flaschen sind: Die Union und SPD einigen sich in Trippelschritten bei den Koalitionsverhandlungen: der Familiennachzug für Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz soll in begrenztem Umfang wieder zugelassen werden. Konkret sollen monatlich 1.000 Familienangehörige nach Deutschland kommen können plus Härtefälle. Die Koalition hofft so, dem Personalmangel in der Pflege und dem Lehrermangel entgegenwirken zu können und dem Niedriglohnsektor die durch Gewerkschaften abgeworbenen Arbeiter neu zuzuführen.

 

Eine Gewerkschaft ist zur Wochenmitte auf Streik gebürstet.
Traditionell eröffnen die Metaller die Arbeitskampf-Runde.
Schade, ein 24-Stunden-Streik in Altenheimen, Krankenhäusern und anderen Pflegeeinrichtungen hätte gewiß eine weitaus erhellendere Wirkung gehabt.
Der Streik der IG Metal hat sich nun auf die Autoindustrie ausgebreitet. Und das in einer Zeit, wo gerade die umsatzstarke Branche völlig neue Betätigungsfelder installiert: Abgas-Inhalations-Tester.

 

Am Donnerstag wird es dann grün: Iglu ruft seinen Spinat zurück. Das ist der, mit dem Blubb. Diesmal allerdings nicht mit Blubb, sondern mit schwarzen Plastikteilchen.

 

Ein anderer Nahrungsmittelhersteller hat weitaus größere Probleme. Nestlé. Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern ist mit 11 Standorten in Südafrika vertreten. In Doornkloof besitzt Nestlé eine Wasserfabrik inklusive der Wasserrechte für 20 Jahre. In unmittelbarer Nähe der Fabrik leben dreitausend, finanziell etwas knapp gehaltene  Menschen in recht simpel gehaltene Baracken ohne sanitäre Anlagen und fließendes Wasser. Letzteres, also nicht der Menschen, sondern das Wasser, wird andernorts gebraucht und geschöpft und heißt nicht mehr Wasser, sondern „Pure Life“ und kostet umgerechnet einen Euro/Flasche. Noch. Denn wenn das so weiter geht mit dem verzweifelten Kampf gegen die Dürre, müssen die Preise marktkonform angepaßt werden.

 

Die Berliner SPD rutscht auf ein Rekordtief von 18% und geht verdient in die politische Bedeutungslosigkeit. Das hat Folgen. Wenn Sie auf dem nächsten SPD-Parteitag das Lied der Arbeiterbewegung „Wann wir schreiten Seit´ an Seit´“ vermissen, hat das einen guten Grund.
Als die Titanic unterging, spielte die Bordkapelle den Choral: „Näher, mein Gott, zu Dir“. Es wird überlegt, dass sich die Sozen an diesem Liedgut zu bedienen.

 

Gelb … In unseren Breitengraden eine recht unbeliebte Farbe. Sie wird mit Neid, Verrat und Feigheit in Verbindung gebracht. Schlecht, dachten offensichtlich auch die Werbeabteilungen der Lufthansa und der FDP. Letztere hat sich ja schon vor drei Jahren für eine Erweiterung mit Magenta entschieden. Magenta! Eine Mischung aus rot/blau. Sehr unglücklich.
Die Lufthansa hat sich nun auch von der gelben Farbe verabschiedet und wird seine durch Staatskredit erweiterte AirBerlin-Flotte mit weißem Kranich auf blauem Grund in die Lüfte heben. Gelb. Neid, Verrat, Feigheit. Dabei ist Gelb eine warme Farbe, weil damit Begriffe wie Sonne und Licht assoziiert werden. Gelb steht aber ebenso für Wachheit, Kreativität und einen schnellen Verstand. Gut, von daher kann man die Liberalen verstehen, sich langsam von der Farbe zu verabschieden.

 

 

 

Eine bunte Woche neigt sich dem Ende.
Fast hätte ich mich mit einem trump-losen FreitagsBrief in´s Wochenende verabschiedet.
Bitte schön:

Bleiben Sie stark, neugierig und vor allem bunt.

Marcus

 

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FreitagsBrief 3/2018

Mit der brutalen Mehrheit von 56 Prozent knüppelt Martin „ich-will-jetzt-aber-auch-Minister-werden“-Schulz seine Mehrheit zur GroKo am vergangenen Sonntag durch. Unterstützt von Andrea „morgen-kriegen-die-was-in-die-Fresse“-Nahles wird die komplette SPD vorgeführt. Die Geilheit nach Posten und Rampenlicht ist einfach zu groß, die Minderwertigkeitskomplexe einfach zu ausgeprägt, als das sich einer von Brandt´s Erben dem gegebenen Wort verpflichtet fühlt.SPD-stimmt-mit-ja

 

Was beruhigt: das „Projekt 12%“ ist bei der SPD eingeläutet. Andrea Nahles gilt als neue Hoffnungsträgerin. Schlimmer kann es einer Partei eigentlich nicht gehen.

 

Dafür gewinnen die Sozialdemokraten auf einem ganz anderen Feld an Profil. Unter der aktuellen GroKo werden Waffen in Kriegs- und Krisengebiete verschoben, dass es nur so kracht – im wahrsten Sinn des Wortes. Ein ungeahnter wirtschaftliche Aufschwung blüht auf im Inland, wenn sich jenseits der Grenzen die Damen und Herren ihr letztes Hab und Gut unter dem Allerwertesten wegbomben.

 

Vorne dabei unter Zuhilfenahme der germanischen Waffenschmieden: The Master of Dekret, Recep Tayyip Erdoğan.
Die Türkei huscht unter dem romantischen Titel „Operation Olivenzweig“ rasch über die syrische Grenze, um gegen die Kurden im Norden Syriens die Waffen in Stellung zu bringen. Wie sprach der osmanische Politiker bei einem Gast-Auftritt in Köln vor versammelten Landsleuten: „Der türkische Mensch bringt nur Liebe und Freundschaft“.
Mittlerweile ist Sand in das Angriffs-Getriebe geraten. Für die türkische Armee kein außergewöhnliches Ereignis. Kennt man doch den Umstand, dass Angriffe gelegentlich ins Stocken geraten.

 

Deutschlands wohl bekannteste Baustelle wird – welch Überraschung – teuerer und später fertig, als ursprünglich vermutet. Wobei man inzwischen gar nicht mehr weiß, wie weit der „Ursprung“ zurück liegt.
Das sehen alle Beteiligten recht sportlich, gibt es doch Konkurrenz um den Titel der „fleischgewordenen Endlosschleife“.

 

Die Globalisierung greift weiter um sich.
Nicht nur Handelsgüter wandern rund um den Globus, inzwischen folgen dummerweise ganze Völker den Waren. Das war jetzt so nicht geplant und bedarf dringend einer Korrektur. Also bei den Völkern. Nicht den Waren.
Der Globalisierung entsprechend verlagert werden zunehmend auch politische Auseinandersetzungen. Im Laufe des Frühjahrs soll eine Großdemonstration gegen den nächsten G20-Gipfel organisiert werden. Nach den Erfahrungen mit dem Polizeistaat, der in Hamburg seine häßliche Fratze zeigte, wird die kommende Anti-G20-Demo in Ankara stattfinden.

 

Die 2009 gestartete Mondsonde „Lunar Reconnaissance Orbiter“ hat auf dem Mond fast alle US-Fahnen, die dort jemals von den Astronauten in den Mondstaub gerammt wurden, wieder entdeckt.
Die ersten beiden Menschen landeten im Rahmen der Mission Apollo 11 am 20. Juli 1969 um 21:17 Uhr auf dem Mond.
Da war Dagmar Berghoff junge 26 Jahre alt. Und Regisseur Dieter Wedel auch. Die Eine läßt sich nun von ihrem Haussender ordentlich feiern, während der andere medial nach allen Künsten zerrissen wird. Wenn Sie sich also immer gefragt haben, was Nachrichtensprecherinnen, Regisseure und Fahnen im Warenwert von 99 cent gemeinsam haben: Bitte. Gern geschehen.

 

Nordirland hat seit knapp einem Jahr keine Regierung mehr. Die Funktion von Politikern scheint also weit überschätzt zu sein, denn offensichtlich bricht ja im Land der keltischen Baukunst kein Chaos aus.
Wie beruhigend, denn auch hierzulande kann das ja noch dauern.
Wobei: nach letzten Meldungen soll über die Regierungsbildung bis Karneval Klarheit herrschen.
Bis Karneval. Es hat nie besser gepaßt.

 

Mit diesem Ausblick auf das bevorstehende närrische Treiben verabschiede ich mich hier und wünsche allseits eine gute Zeit und wenn Sie mögen, bis kommenden Freitag. Und dann gewiß auch wieder pünktlich.

Wie sprach Ihre Majestät, Angela l, jüngst bei ihrer Buchvorstellung: „Alles, was noch nicht gewesen ist, ist Zukunft, wenn es nicht gerade jetzt ist.“

Bleiben Sie stark! Sie werden es brauchen.

Marcus

 

FreitagsBrief 2/2018

War das Jahr 2017 sehr trump- und erdoganlastig, verspricht der frische Jahresbeginn Abwechslung durch eine in die Verzweiflung getriebe SPD.
Da macht die Parteiführung eine 180-Grand-Wende zur nächsten Koalition, und schon kommen doch so ein paar grünschnäbelige Landesverbände daher, und proben den Aufstand.
Was die CSU von dem Widerstand der SPD-Basis in Sachsen-Anhalt hält, hat der CSU-Landesgruppenchef und „Millionen-schwere-Maut-Pannen-Minister“ Dobrindt klar zum Ausdruck gebracht: ein Zwergenaufstand. Sehr erhellend, wie der Alexander über andere Politiker und Wähler denkt.

 

Dabei sieht der einstige Heilsbringer Martin Schulz zur Zeit nicht sonderlich gesund aus, wenn er immer und immer wieder die hart erkämpften Vorzüge der Sondierungsergebnisse anpreist, wie der Marktbeschicker sein überreifes Gemüse. Die Rotzlöffel der Jusos treiben dem Bürgermeister a.D. aus Würselen Tränensäcke in das bebartete Antlitz, mit denen man bei der Handball-EM locker Bälle fangen könnte.Ausverkauf

 

Da steht es gesundheitlich entschieden besser um „the one and only“ Mister President.
Wie die jüngsten Untersuchungen zeigten, ist der junge Mann geistig und körperlich in bester Verfassung.Trump ist gesund

 

Sein Fingerspitzengefühl in wirtschaftlichen Belangen ließ Apple verkünden, die im Ausland geparkten Gelder zurück in die Heimat zu holen. Google und andere US-Konzerne wollen folgen.
Da hat sich ein Waffenhändler etwas schwerer getan. Sein Geschäftspartner vom Bosporus verquickt einen Handel über Militärprodukte mit dem Aufenthaltsort eines Journalisten.
Dabei handelt es sich nicht um den Händler, der in München zu sieben Jahren verurteilt wurde. Dieses Strafmaß entspricht dem Handel mit einer (1) Waffe. Lieferungen nach Saudi Arabien und in die Türkei oder die Umgehung von Boykotts erfolgen erst ab Außenmister aufwärts und bleiben straflos.Lange Haft

 

Erschüttert sitzen die Bewohner der Karibik-Inseln vor ihren Fernsehern und werden stumm vor Entsetzen, wie orkanartige Böen über Teile von NRW winden.
Mit Erleichterung wird in den von der Sonne verwöhnten Inselsaaten festgestellt, dass es doch von Vorteil ist, keine funktionierende Infrastruktur zu haben. So bleibt man verschont von Zugausfällen, umgeknickten Primeln und der Frage, ob man seine sensiblen Stammhalter denn bei diesen Naturgewalten überhaupt zur Schule schicken soll.

 

Nach ersten Schätzungen der Versicherer hat der Orkan Friederike Schäden von rund 500 Millionen Euro verursacht. Eine enttäuschende Bilanz. Das geht besser! Die Commerzbank hat die Zahlen der letzten, von Banken und Politik verursachten Finanzkrise für Deutschland errechnet: Demnach gingen der hiesigen Volkswirtschaft 237 Milliarden Dollar verloren. Mutter Natur bleiben da entspannte 474 Stürme a la Friederike, um mit den Herren der Finanzwirtschaft gleichzuziehen. Eine Herausforderung.

 

In Solingen wurde die finanzielle Schieflage des Städtischen Klinikums publik.
Einsparungsmöglichkeiten, wen überrascht das, müssen her. Was liegt näher, als sich zunächst die übermäßig hohe Personaldecke zur Überprüfung vorzunehmen. Sie kennen das: diese Horde an Krankenschwestern, die über die Flure der Station rollen, um sich schnell noch einen Patienten zu sichern, den man ausgiebig versorgen kann.
Dazu, also zur Überprüfung, bedarf es zunächst einer Verdopplung der Führungsspitze.
Wem das nicht einleuchtet, ist nicht allein.
Die schwarze Null, also nicht der deutsche Finanzminister, sondern ein zumindest ausgeglichener Haushalt ist das Ziel.

 

Beenden wir die Woche aber nicht zu destruktiv.
Es gibt etwas zu feiern. Auch in Solingen.
Vertreter von Handel, Werbegemeinschaften, der Kirchen und der Stadtverwaltung Solingen haben sich an einem Runden Tisch im Rathaus darauf verständigt, dem Stadtrat den ersten der insgesamt acht verkaufsoffenen Sonntage für 2018 vorzuschlagen. Es wird der Sonntag zur „Feier der Solinger Leerstände“. Auch von der Gewerkschaftsseite gibt es keine Einwände gegen diesen Tag.

 

Mit dieser frohen Botschaft entlasse ich Euch in das anstehende Wochenende. Und am Sonntag werdet ihr sehen: Lemminge tragen rote Leibchen.

Ich wünsche entspannte Tage.

Bleibt bunt!

Marcus

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Freitagsbrief 1/2018

Ungefähr zum Beginn der Präsidentenzeit, kündigt sich das Hormongewitter an und die Pubertät beginnt. Ab sofort kann es immer wieder kräftig donnern und auch mal ziemlich viele Tweeds aus dem Trump´schen PC hageln.
Präsidenten arbeiten sich in dieser Phase der Pubertät nicht nur an anderen Präsidenten, vorzugsweise mexikanischen, sondern auch an Medien-Betreiber ab. Besonders auffällig aber ist der ausgeprägte Hang zu roten Krawatten und lauter, massiver Sprache.
Die Energie muss raus, der Wettkampf beginnt.
Das Streben nach einem „America First“ zeichnet diese früher als „Flegeljahre“ bezeichnete Phase aus.
Manches geht unter die Gürtellinie
Präsidenten im Alter um die 70 sind Rotzlöffel. Die einen mehr, der anderen weniger. Das hängt vom Temperament ab.
Sie müssen mit den Veränderungen, die der Spagat vom Immobilienbesitzer zum Präsidenten mit sich bringt, erst einmal fertig werden. Doch sie sind nicht die einzigen, die sich hier einer neuen Situation stellen müssen.
Selbst asiatische Gelassenheit scheint dem pubertären „Schwanzmessen“ zu unterliegen.

 

Hier also bewußt auf Trennung bedacht, ist man andernorts auffällig um Harmonie bemüht.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
Ob sich das Herz zum Herzen findet!
Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.

Soweit Friedrich Schiller, der von der Situation nach der letzten Bundestagswahl schon eine gute Ahnung gehabt haben muss.
Der Wählerwille, den die Parteioberen selbst aus einstelligen Prozentzahlen heraus interpretieren können, läßt keinen Zweifel: man ist bereits geschmückt für den Hochzeitstanz.

 

„Aus dem Nichts“ gewinnt der Film des Regisseurs Fatih Akin den Golden Globe für den besten nicht-englischsprachigen Film.
Bei der Hollywood-Gala wurde das fast zur Nebensache.
Die Damenwelt kleidete sich in Schwarz.
„Ím wearing my black dress tonight!“ „Metoo!“

 

Furchtbare Bilder der Naturkatastrophen links und rechts der begradigten Flüsse erreichen uns aus überbauten Flussauen. Stündlich übermittelte Pegelstände lassen ahnen, in welcher Gefahr sich die lieben Mitmenschen befinden, die uns über die sozialen Medien dauerhaft mit Bildern und Selfies an der Katastrophe teilhaben lassen.

 

Aber gut, dass neben den unausweichlichen Tiefschlägen, die uns diese unbelehrbare Natur in beängstigend kurzen Abständen um die Ohren haut, immer noch gute Nachrichten an unsere Tür klopfen: Deutsche Exporteure eilen von einem Hoch zum Nächsten.
Allein der deutsche Binnenmarkt hält sich verdächtig zurück. Die nur lokal präsentierten Wirtschaftsgüter zeichnen ein besorgniserregendes Bild der wirtschaftlichen Situation in einem Land, in dem wir „gut und gerne leben“.

 

Jetzt sind also doch Einzelheiten der Sondierungsgespräche durchgesickert.
Armin Laschet soll geplaudert haben und dabei war doch von unseren Vertretern in Berlin Stillschweigen vereinbart worden. Was geht es den Souverän an, was lobbyistengesteuerte Nadelstreifen in Berlin so hinter verschlossenen Türen besprechen? „Gehen Sie bitte weiter! Hier gibt es nichts zu sehen!“

 

Nach zwei Legislaturperioden, in denen die GroKo die Klimaziele völlig verpeilt hat, sollen die nun also, weil nicht erreichbar, aufgegeben werden. Soweit die „Sondierer“ der beiden großen Parteien. Eine Bankrotterklärung. Nicht die Erste.
Sechs der 10 schlimmsten Umwelt-Dreckschleudern bei den Kraftwerken stehen in Deutschland. Und die seinerzeit zur Opposition fähige grüne Partei hat man mit genügend Barmitteln und den Verlockungen des Berliner Treibens zu einer weiteren Polit-Kurtisane verunstaltet.

 

Ganz oben auf der Agenda der Sondierungswütigen: der Familiennachzug.
Asylsuchende, die in Deutschland Schutz bekommen, dürfen Ehepartner nachholen. Für eine bestimmte Gruppe mit eingeschränktem Schutzstatus, subsidiäre Geschütze also, hatte die große Koalition den Familiennachzug im März 2016 beschränkt und für zwei Jahre ausgesetzt: also bis die SPD in einer neuen gemeinsamen Regierung mehr Tierschutz in den Ställen und eine Kennzeichnung für Fleisch aus besserer Tierhaltung zustimmt. „Das ist keine Obergrenze, sondern eine durch praktische Realitäten vorgegebene Größenordnung. Diese kann man von mir aus auch gern politisch festschreiben“, wird aus CSU-Kreisen erklärt. Es gehe jetzt darum, zunächst die Härtefälle schnell zu bearbeiten – also etwa solche von minderjährigen Schweinen und Kühen.
Wenn Sie das nicht begriffen haben, ist das im uns fernen Berlin genau so gewünscht.

 

Der Bundesgerichtshof hat die Wuppertaler Freisprüche im Fall der Scharia-Polizei aufgehoben. Begründung: nach dem Versammlungsgesetz ist es verboten, in der Öffentlichkeit uniformähnliche Kleidung zu tragen, wenn damit eine politische Gesinnung ausgedrückt werden soll und das Ganze einschüchternd wirkt.
In den traditionsbewußten Schützenvereinen gerade in ländlichen Gebieten wurde diese Argumentation irritiert zur Kenntnis genommen.

 

Zum Wochenende dann schlägt eine Meldung ein, wie eine ferngesteuerte Bombe: völlig unberührte Länder, fernab der Zivilisation, wurden von Donald „The Conquistador“ Trump entdeckt. Sie liegen direkt vor den Türen der Vereinigten Staaten und wurden nach seinem Entdecker benannt. Drecksloch-Länder.

 

Dem geneigten Leser wird aufgefallen sein, dass die Seite von den Vorjahreszeichnungen bereinigt wurde. Außer diesem „Durchwischen“ wird sich vorläufig am Web-Auftritt nicht viel ändern. Bisher halte ich den für überschaubar, gut lesbar und vor allem werbefrei.
Möglicherweise werde ich mir Unterstützung holen, um den Verbreitungsgrad zu erhöhen, die Zugriffszahlen zu steigern und im besten Fall einige Leser zum Kommentieren zu überreden.
Im vergangen Jahr hatte ich – Achtung, festhalten! Stützen Sie ihren Nachbarn! – zwei Leserbriefe. Zwei.
Wie gerne würde ich die beiden Freunde der zeichnenden Zunft hier namentlich nennen, um zumindest meiner Wertschätzung Ausdruck zu verleihen.

Nun habe ich mich also entschlossen, die Anmeldung der Kommentierenden mit E-Mail und Name auszuschalten. Vielleicht fällt es dem ein oder anderen leichter, sich hier zu äußern.

Ein Letztes: Zum zweiten Mal sind die Zeichner und Zeichnerinnen des bundesweiten Verbandes „Cartoonlobby“ mit einem Jahresrückblick zu Gast in der Berliner MedienGalerie. Ab Januar zeigen dort mehr als 50 prominente Protagonisten des kritischen Zeichenstiftes Eindrücke vom vergangenen Jahr 2017 in ihren besten Cartoons und Karikaturen.

12. Januar bis 9. März 2018

Verdi-Mediengalerie
Dudenstraße 10
10965 Berlin-Kreuzberg

 

An dieser Stelle wünsche ich dann nicht nur ein sonniges Wochenende, sondern zuvorderst ein gesundes, buntes und aufregendes neues Jahr.

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Marcus