Archiv der Kategorie: FreitagsBrief

FreitagsBrief 14/2018

Die umstrittenen Rapper Kollegah und Farid Bang haben den Echo in der Kategorie Hip-Hop/Urban National gewonnen. Diese Juryentscheidung erhielt nicht ungeteilte Zustimmung; einige Sangeskollegen und Vorjahres-Preisträger gaben nach einer angemessenen Zeit des Überlegens und mit dem größten medialen Gehabe, aufmerksamkeitsheischend ihre Preise unter schärfstem Protest zurück. Die Plattenfirma fühlt sich unter dem Druck genötigt, die Zusammenarbeit mit den beiden Lyrikern ruhen zu lassen, allerdings nicht ohne vorher eine Deluxe-Edition der preiswürdigen Platte zu veröffentlichen. Moral follows Money. Eine nicht geahnte Welle der Empörung schwappt durch das Künstlerviertel und die Jury duckt sich gekonnt weg. Die Verkaufszahlen fließen nämlich nur zu 50% in die Preisvergabe ein, 50% der Stimmen haben in Summe 550 Experten der Musikindustrie.
Es wäre doch spannend zu wissen, warum so eine Armee von Experten im Vorfeld derart kläglich versagt haben.

 

Die Bundesregierung hat die Luftangriffe der USA, Großbritannien und Frankreich in Syrien als „erforderlich und angemessen“ gelobt, an denen sie selbst sich allerdings nicht beteiligen wollte. Die deutsche Zurückhaltung bei dem Angriff bedauert niemand mehr, als die FDP, namentlich der Herr Graf Alexander Lambsdorff, Bundesvorstand der Liberalen und Mitglied des Bundestages.  Jener Adlige will nun seinen 20-jährigen Sohn Victor Caspar Léonce Graf Lambsdorff nach Syrien schicken, um dort als gutes Beispiel an vorderster Front den Freunden der kämpfenden Allianz hilfreich und bis zur letzten Patrone beiseite zu stehen.

 

Nach dem „angemessenen” militärischen Schlag gegen Syrien wird jetzt erst einmal untersucht, ob das Assad-Regiment überhaupt mit Chemiewaffen gearbeitet hat. Die Reihenfolge irritiert, aber wie sprach unsere Kanzlerin: „Das kann auch meinetwegen noch mal nachgeprüft werden. Aber das hilft uns bei der Verurteilung des Falles jetzt nicht weiter.“ Es geht also offensichtlich nicht mehr um die Wahrheit, sondern um reine Verurteilung, entspricht aber dem Zeitgeist, wo Kriegserklärungen getwittert werden und die Außenpolitik dem Spieleabend im Altersheim entsprungen sein muss.

 

Seit dem Bombardement tummelt sich die OPCW in Syrien, kommt allerdings nicht viel weiter. Man steckt fest vor Douma, wo die Giftgas-Experten wegen einer unüberschaubaren Sicherheitslage eine Zwangspause einlegen. Dabei werden die Herren Experten an ganz anderen Orten dringlichst erwartet: tägliche Chemiewaffen-Angriffe auf landwirtschaftlichen Flächen durch Glyphosate, die Ausgasungsangriffe in den Verkaufsräumen von KIK und auch die Stickoxid-Angriffe von Diesel-Porsche auf die urbane Bevölkerung – alles kaum aufgearbeitet.

 

In einer gemeinsamen Syrien-Erklärung der Außenminister der Europäischen Union heißt es, „das vorhandene Momentum solle für eine Wiederbelebung des diplomatischen Prozesses genutzt werden.“
Das „vorhandene Momentum“. Ein hübscher Ausdruck für zerbombtes Terrain.

 

Erdogan ante Portas, um das lateinische Sprichwort zu bemühen, Erdogan steht vor den Toren. Diesmal allerdings nicht vor Wien. Der Herr Sultan hat das Ränzlein geschnürt und macht sich auf den Weg, seine Landsleute in Alemania mit Jubelveranstaltungen zu beglücken und die vorgezogenen Neuwahlen anzupreisen.
Ein verständlicher Wunsch, schwebt über der Türkei doch nach wie vor der Ausnahmezustand, und wer macht schon gerne Wahlkampf in solch unüberschaubaren politischen Verhältnissen.

 

In diesem Sinn, Brüder und Brüderinnen.
Von dieser Stelle ein sonniges, frühsommerliches Wochenende.
Bleibt neugierig, stark und bunt.

Marcus

Wer mag, sende mir eine Mail an marcus@gottfried.online und läßt sich im Verteiler listen, auf das der FreitagsBrief durch Eure Hand reichlich Verteilung findet in dieser bunten, unüberschaubaren Online-Welt.

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FreitagsBrief 13/2018

Ist das noch gut oder muss es weg?

Etwa 11 Millionen Witze landen in Deutschland pro Jahr im Papierkorb.
Ein Grund: der falsche Umgang mit dem Mindesthaltbar­keits­datum.
Doch wann wird es kritisch, wann müssen Witze wirklich weg?
Der Kampf gegen die Verschwendung von humoristischem Kulturgut ist in der
gesellschaftlichem Mitte angekommen.
Es ist davon auszugehen, dass in wenigen Monaten der Entwurf einer entsprechenden EU-Richtlinie vorliegt. „Witze“, so hört man aus den Reihen der Brüsseler Vertreter, „seien erheblich länger verwendbar als man bisher annahm.“
Das deutsche Humorsystem in der aktuellen Form gibt es in Deutschland seit den 50er Jahren.
Bis in die frühen 1980er Jahre ließen sich alte Witze von neuen nicht unterscheiden. Um den Konsumenten zu schützen, möchte man eine Witze-Kennzeichnungsverordnung europäisch verankerern. Bis zum ersten April des kommenden Jahres soll das ambitionierte Ziel erreicht sein.

 

Im Regierungs-Berlin, der Willi-Brandt-Straße, in der „Manufaktur für Humor und schlechten Witz“ ist man stets bemüht, die oft unverstandene Schelmerei und Schabernack dem Konsumenten entsprechend zu filtern und gezielt anzubieten.
Die Christdemokraten haben dafür von einem ehemaligen Staatsunternehmen Daten über Kaufkraft, Bankverhalten, Geschlecht, Alter, Bildung, Wohnsituation, Familienstruktur, Wohnumfeld und Pkw-Besitz straßenweise von der Deutschen Post AG eingekauft.
Die Post gehört seit 2005 zu den größten Händlern von Kundendaten in Deutschland.
Wer sich also in den letzten Wochen über Facebook und den Umgang mit Daten während des US-Wahlkampfes aufgeregt hat, erfährt nun staunend, dass das die Damen und Herren „in gelb“ schon lange zu einem lukrativen Geschäftsmodell ausbauten.
Alles legal, selbstverständlich.
Zukünftig kauft die Deutsche Post die Daten vom Kraftfahrtbundesamt, den Katasterämtern und Einwohnermeldeämtern, um Datenpakete auch „personenscharf“ anbieten zu können.

 

Der Aufenthaltsstatus des Katalanen Puigdemont in dem Land, in dem wir gut und gerne leben, neigte sich vorläufig dem Ende entgegen. Die Generalstaatsanwaltschaft Schleswig-Holstein hatte einen Weg gefunden, dass die Weiterreise des Politikers Richtung Heimat mit Hilfe des Oberlandesgerichts gewährleistet ist. Dem ist nun das Gericht nicht gefolgt und verlängert den Urlaub des Unabhängigkeitsführers ein weiteres Mal.

 

Am späten Nachmittag des 28. August 1963 hält Martin Luther King eine bedeutende Ansprachen, bekannt unter ihrem Refrain: „I have a dream“. Es ist ein Traum von Freiheit und Gleichheit. Einen Monat nach der Rede hat King selbst ein Copyright auf die Rede angemeldet – eine wahrlich vorausschauende, der Altersarmut entgegenarbeitende Entscheidung.
Wer aus der Rede zitiert, muss mit einer Klage rechnen. Kings Erben behaupten, seine Worte seien Privatbesitz und verfolgen jeden, der sie benutzt ohne dafür zu bezahlen.
In den USA gilt das Copyright bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Am 4. April begingen wir den 50. Todestag; die Rede ist also noch bis 2038 geschützt.

 

Der Herd bleibt an vielen Feiertagen zunehmend kalt.
Stattdessen verzeichnet das auswärtige Essen eine steigende Nachfrage, besonders bei Familien. Die Lokale waren über die Ostertage meist ausgebucht. Auf Grund der bevorstehenden kommenden Feiertage, wie Christi Himmelfahrt und Pfingsten, ist man allerorts um gute Vorbereitung bemüht.

 

In Brüssel tobt ein Streit, wer die anstehende Türkei-Zahlungen von weiteren drei Milliarden für die nächsten zwei Jahre übernimmt: die EU oder die Mitgliedsstaaten.
Der vor über zwei Jahren geschlossene Flüchtlingsdeal beruht auf einem Tauschgeschäft: die Türkei macht den Türsteher und bremst reisewillige Syrer an der europäischen Grenze aus. Die Europäische Union legt dafür eben die Milliarden auf den Tisch und strebt dabei eine Wiederbelebung der Beitrittsverhandlungen mit wohlwollender Bewertung an.
Der türkische Sultan weiß um die Fragilität, seine Regierung droht den Europäern in regelmäßigen Abständen damit, den Deal platzen zu lassen.
Ein „Herzlich Willkommen“ inmitten der Europäischen Werte.

 

Foodwatch verlangt eine Sonderabgabe auf Zuckergetränke einzuführen.
Diese Abgabe hat in anderen Staaten den Konsum und den Zuckergehalt deutlich gesenkt. Besonders Großbritannien hat ein überzeugendes Konzept an den Tag gelegt. In diesem, unseren Land hat eine solche Sondersteuer wenig bis gar keine Chancen. Im Koalitionsvertrag heißt es nur unverbindlich: Die Regierung wolle für ihre „nationale Reduzierungsstrategie für Zucker …“ im Jahr 2018 „ein Konzept arbeiten“. Das kann also dauern.
Unter dem Einfluß der Zangengeburt „GroKo“ braucht es allerdings auch einiges an Nervennahrung. In Stresssituationen greifen wir doch gerne mal zu einem Stück Schokolade oder einem großen Stück Kuchen. Die Wirkung dieser kalorienreichen Überbrückungsdroge ist allerdings ebenso unmittelbar wie kurzzeitig, was recht schnell den Griff  zum Nachschub erfordert.
Alternativen: Paprika, Spinat, Broccolie, Rotkohl, Nüsse ….. möge uns die Zuckersteuer lange erspart bleiben.

 

Mauern aus Beton und Stacheldraht sind immer ein Versprechen.
Es ist eine Hoffnung, eine Verheißung, dass sich dahinter etwas Interessantes, Erstrebenswertes auftut!
Und das erzeugt eine wahrlich historische Spannkraft, wie wir aus der 40jährigen Geschichte der Berliner Mauer erleben durften.
Herr Trump, zu Zeit geschäftsführender Vorstand der US AG, wird vorläuft mit 16.700 Grenzschützer an 3100 Kilometern Grenzgebiet zu Mexiko für die nötige Spannkraft sorgen.

 

Wir wollen es nicht hören, aber wir sind ein Volk der Untreuen.
Rund jeder zweite Deutsche ist seinem Partner schon einmal fremdgegangen.
Die Gründe:

  • Frust, der die Männer dazu bringt ihr Glück woanders zu suchen.
  • Das Gefühl, in der gewählten Beziehung nicht geliebt und gewollt zu sein.
  • Vielen Männern fehlt das „gewisse Extra“, was zu einem Seitensprung führt
  • Einmal ihr gewünschtes Leben leben zu dürfen. Und dieses eine Mal, so denken sie irrtümlicherweise, soll ihnen dann helfen, mit der aktuelle Situation klarzukommen. Ein großer Trugschluss. Denn ein einmaliger Seitensprung wird niemandem das Gefühl geben, erfahrener zu sein oder sich ausgetobt zu haben.

Vor diesem Hintergrund kann mach den Jens ja schon fast zu gut verstehen.

 

Wollen wir aber dem frisch gekürten Minister zugute halten, dass er sich selbstverständlich auch um die ureigensten Aufgaben kümmert: den Erhalt des Niedriglohnsektor in Pflege und Gesundheit. Statt durch angemessene Entlohnung den Beruf attraktiv und gesellschaftlich anerkannt zu machen, fluten wir den Mitarbeiter-Markt mit ausländischen Mitbewerbern und erhalten uns Stress, Überforderung plus beschissene Löhne.

 

Zum Schluss etwas versöhnliches …. es wird warm zum Wochenende. Vorsommerlich, so wurde es versprochen.
Und aus der Ferne wird uns das Ende einer langen, kalten Zeit verkündet. Durch den euphorisierenden Geruch eines frisch entzündeten Grills.

 

In diesem Sinn, Gemeinde!
Genießt das Wochenende.
Bleibt neugierig, stark und bunt.

Marcus

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FreitagsBrief 12/2018

Vor-Österliches Lamm-Essen und Eiersuchen in Schloss Euxinograd im bulgarischen Warna zum Wochenstart mit Vertretern der Türkei und der EU.
Die Woche zwischen Jesu Einzug in Jerusalem und dem letzten Abendmahl wurde eingeläutet, dekoriert mit schmauchspurenbenetzten Zweigen der „Operation Olivenzweig“, frisch importiert aus Afrin.
Lustig bemalte, bunte Ostereier wurden dort versteckt, gefüllt mit allerlei westlichen Werten.
Die Oster-Eier haben hierzulande ja bis heute eine besondere Bedeutung:
Sie sind ein Zeichen der Hoffnung für neues Leben und für die Auferstehung – der Türkei von den Toten der EU-Beitrittskandidaten.
Als Ostergeschenk gab es in Warne dann die Auszahlung der zweiten Rate von abermals drei Milliarden Euro für das Hauptanliegen der Europäischen Union: die Reisewilligen aus fernen Ländern auf möglichst großer Distanz zu halten.

 

Urlaub in der Bundesrepublik wird bei Gästen aus dem Inland und dem Ausland immer beliebter. Der Boom im Deutschland-Tourismus setzt sich nun schon das achte Jahr in Folge fort. Die Branche ist dennoch in Sorge: in letzter Zeit häufen sich Beschwerden.
Deutsche Amtsträger setzen jüngst vermehrt katalanische Reisende fest, vorzugsweise aus Finnland über Dänemark in unser Land kommend.
Carles Puigdemont, 55, aus Girona/Katalonien, sitzt seit vergangenem Sonntag in Neumünster (Schleswig-Holstein) fest und es ist unsicher, ob er die Osterfeiertage mit seiner Familie in der Heimat verbringen kann.

 

Die Menge des frei handelbaren Ökostroms aus deutscher Produktion ist bekanntermaßen recht gering. Die Nachfrage nach grünem Strom ist in der vergangenen Zeit allerdings rasant gestiegen.
Um die hohe Nachfrage zu bedienen, gehen viele Ökostrom-Anbieter einen witzigen Umweg.
Sie kaufen sogenannte Herkunftsnachweise. Diese Nachweise bestätigen, dass eine bestimmte Menge Ökostrom produziert wurde – egal wo.
Wer die Nachweise gekauft hat und besitzt, kann die entsprechende Menge an Strom aus deutscher Kohle-Produktion als Ökostrom verkaufen. Besonders preiswert sind Herkunftsnachweise aus Skandinavien, weil dort Strom aus Wasserkraft in riesigen Mengen produziert und vorhanden ist.

 

Einen ähnlichen Etikettenschwindel leben die Sozial-Demokraten seit Schröder vor.
Das ungeliebte Sozen-Baby „Hartz4“ soll umgetauft werden in das „solidarische Grundeinkommen.“
Grundsätzlich wird sich allerdings nichts ändern, es geht weiterhin um Angstmache vor Arbeitslosigkeit, Kontrolle und Entwürdigung. Die Menschen in Arbeit sollen, mit der Bedrohung durch Hartz IV nach Arbeitslosigkeit , diszipliniert und zu Lohnzurückhaltung und unwürdigen Arbeitsverhältnissen gezwungen werden. Diesmal aber „solidarisch“. Nach dieser Methode wurde etwa in der Vergangenheit aus der „Aktion Sorgenkind“ die „Aktion Mensch“, aus dem „Krieg“ wurde ein „Auslandseinsatz“ und aus der „Obergrenze“ der „Atmende Richtwert“.
Und was machen wir aus der SPD?

 

Um auch auf dem Arbeitsmarkt zumindest den Eindruck zu erwecken, dass sich allerorts neue Berufsbilder platzieren, die nach Fachkräften lechzen, ist auch hier der phantasievollen Wortschöpfung keine Grenze gesetzt. Aus dem altbekannten Dachdecker wird zukünftig der Dachdeckungstechniker, oder der Abdichtungstechniker oder der Außenwandbekleidungstechniker oder der Energietechniker für Dach und Wand oder gar der Reetdachtechniker. Gerne werden diese Berufe als Personalleasing (alt: prekäre Beschäftigung) angeboten.

 

Die Giordano-Bruno-Stiftung will heute, am Karfreitag, die Jesus-Satire „Das Leben des Brian“ in der „Alten Kanzlei“ in Bochum zeigen. Die evangelische Prälatin Gabriele Arnold, die in der Stiftskirche predigt, findet dieses Ansinnen „geschmacklos“.
Für Protestanten sei der Karfreitag wegen des Kreuztodes Jesu der wichtigste Feiertag im Jahr und sie sei entsprechend  „irritiert“, dass sich die „Alte Kanzlei“ als Nachbar zur Stiftskirche als Veranstaltungsort hergegeben habe.
Schön, dass sich wenigstens andere Religionen dem Humor und der Satire zugetan fühlen und über Glauben und die Religionsstifter gerne herzhaft und ausgiebig lästern und lachen.

 

Ein langes Wochenende zwischen Tod und Auferstehung liegt vor uns.
Oder zwischen Osterhase und Osterfeuer. Je nachdem und jedem das Seine.
Ich wünsche ein entspanntes, besinnliches oder sonniges Wochenende.

Bleibt bunt!

Marcus

 

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FreitagsBrief 11/2018

Jeder Besuch macht Freude – wenn nicht beim Kommen, dann beim Gehen.

Nach dieser altbekannten Devise hält sich die Freude über den Antrittsbesuch der türkischen Armee in Afrin in Grenzen. Man weiß eben nicht, wann der Gast gedenkt, wieder zu gehen. Die Besucher aus dem Iran und aus Russland sind ja schließlich auch noch in der guten syrischen Stube und allmählich wirkt es seltsam unübersichtlich. Die Vorratshaltung bei Speisen und Getränken war auf diese Menge an Gästen gewiss nicht eingerichtet.
Außenminister Heiko Maas, selbst schwerst traumatisierte durch eine Vielzahl an unliebsamen Gästen in der GroKo, springt dem syrischen Gastgeber hilfreich zur Seite und spricht sich gegen einen Verbleib der türkischen Armee in Afrin aus. Der mit 44 Ehrendoktorwürden eingerahmte Präsident Recep Tayyip Erdogan wirkt wegen der germanischen Kritik seltsam verwirrt. Da schiebt man dem Herrscher vom Bosporus bis Mitte Januar noch Kriegsgerät für 14 Millionen Euro aus deutscher Hand in den Hintern und dann heißt es: nur gucken, nicht anfassen!

Olaf Scholz, ehemaliger Bundesminister für Arbeit und Soziales, ist nach einer kurzen, erfolglosen Karriere als HSH-Nordbank-Verkäufer wieder zurück auf den höchsten Ebenen des politischen Parketts. Wohin auch sonst, in der freien Wirtschaft wären Herren dieser Güte gewiß ein Fall für das JobCenter.
Diesmal hat der konservative Sozialdemokrat das Finanzministerium übernommen; eine logische Konsequenz nach der versprochenen 10-Milliarden-Bürgschaft für den privaten Käufer der HSH-Bank.
Um sich mit genügend Sachverstand den täglichen Aufgaben eines Finanzministers zu stellen, hat sich Olaf Scholz mit Jörg Kukies einen überaus sachverständigen Mitstreiter in das Ministerium geholt. Der Investmentbanker Kukies wechselt von der US-Großbank GoldmanSachs nach Berlin. Der Lobbyismus 2.0 hält Einzug. Früher gaben sich die Industrievertreter die Klinke in die Hand, heute sitzen die Damen und Herren in den Ministerien.
Wer in Hamburg 10 Milliarden an Steuergeldern versenkt, Beratungsresistenz und Großkotzigkeit für Tugenden hält, kann in einem Land, in dem wir gut und gerne leben, in der Tat Historisches leisten.

Soziale Medien bevorzugen Katzenbilder, Fotos vom letzten Abendessen, Sensationen, Zugespitztes, Dramatisiertes, kurz: Arsch und Titten.
Die politische Gesellschaft wird weniger entspannt, emotional sehr polarisiert und die Versachlichung verweigernd. Hysterie wird zum Normalzustand, Zwischentöne und Relativierungen fallen gänzlich weg.
Spätestens seit der Wahl von Donald Trump wissen wir, dass das rechte Lager die Funktion zu nutzen weiß.
Wer das zu sehen bekommt, was er vorher schon mit „Daumen hoch“ bewertete, wer überwiegend mit Gleichgesinnten diskutiert, der hat danach dieselbe Meinung wie vorher, nur extremer. Im Fall von Facebook und anderen sozialen Netzwerken haben das Analyse-Firmen wie Cambridge Analytica 50 Millionen-fach verstanden und Zuckerberg als Quelle der Kapitalisierung erkannt.

Seit November 2015, der Hoch-Zeit in der Flüchtlingswanderung, „arbeiten“ die EU und die Türkei enger zusammen. Seinerzeit versprachen die Mitgliedstaaten Ankara für 2016 und 2017 drei Milliarden Euro. Im Gegenzug nimmt Erdogan Flüchtlinge auf, die neu auf den griechischen Ägais-Inseln ankommen. Inzwischen sind so rund 2,5 Millionen Syrer in der Türkei untergekommen.
Der „Flüchtlingsdeal“ gilt bis heute, kommenden Montag soll er neu verhandelt werden.
Die EU-Kommission plant weitere drei Milliarden Euro für die Unterbringung der Flüchtlinge auf türkischem Boden ein. Diesem Ansinnen müssen die Mitgliedstaaten noch zustimmen, was sich angesichts der Spannungen zwischen Europa und der Türkei als recht problematisch erweist.
Und so wird für neues „Humankapital“ gesorgt, und durch den Einmarsch im syrischen Afrin zahlreiche neue Flüchtlinge produziert.

In Deutschland werden Zwangsehen seit 2011 in unter Strafe gestellt.
Von außen herangetragene Erwartungen oder parteiinterner Druck können die Stresssituation so verstärken, dass oft nicht objektiv festgestellt werden kann, ob Zwang oder vielleicht eine Nötigung vorliegen.
„Es ist erschütternd, dass in Deutschland noch immer tausende Mitglieder von Zwangsverheiratung bedroht sind. Doch die geschäftsführende Bundesregierung zeigt, dass ihre Gesetze gegen Zwangsverheiratungen nichts bringen“, kritisiert die frauenpolitische Sprecherin der Grünen, Ulle Schauws.
Wer riskiert schon, dass er wegen des Widerstandes von der politischen Bühne verstoßen wird.

Ich wünsche ein schönes, um eine Stunde verkürztes Wochenende.
Bleibt bunt, stark und neugierig.

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FreitagsBrief 10/2018

Willkommen am Ende einer Woche, wo das Für und Wider der befristeten Arbeitsverhältnisse einem selten so blumig vor Augen geführt wurden, wie in Trump‘s Welt. 32 Berater oder Amtsträger haben die Bühne um den amerikanischen Präsidenten im ersten Jahr seiner Amtszeit bereits verlassen. Eine Fluktuation, wie man sie nur bei den Damen aus dem amourösen Gewerbe in Bahnhofsnähe kennt.

 

Die deutsche Post AG, ehemals ein jeglicher Kritik entschwebtes Staatsunternehmen, fluktuiert seine eigenen Mitarbeiter in die Tochtergesellschaft „Delivery“. Unter dem Dach von ein und derselben Postniederlassung sollen dann Kollegen mit unterschiedlichen Stundenlöhnen, Wochenarbeitszeiten oder auch Pausenzeiten tätig sein. Ein „Zwei-Klassen-Kollegium“, was sich gerne für die Aktionäre gewinnbringend und dividendensteigernd einbringt.

 

Die „Beweisführung“, dass Saddam Hussein 2003 Massenvernichtungswaffen besitzt und die am Ende zum Irakkrieg führte, kommt zu neuen Ehren. Eine Vergiftungswelle bei russischen Migranten im Machtzentrum des britischen Königreiches beschert einigen von Putins Diplomaten eine ungeplant frühe Rückreise in die Heimat. Ein „höchstwahrscheinlich“, „möglicherweise“ oder „mutmaßlich“, gepaart mit dem Schulterschluss der NATO-Partner reichen als Beweis. Da ist er wieder. Der Russe. Vor der Tür.

 

Etwas mehr Transparent würden da vielleicht zum Verstehen oder Vertrauen gereichen.
Das hat unsere „Kanzlerin auf Ewigkeit“ längst begriffen. „Ich glaube, dass es ein ‚Weiter so‘ überhaupt nicht geben kann, weil die Probleme vollkommen anders geworden sind“, sagt ihre Unausweichlichkeit. Nun müssten Lösungen für die Probleme der Menschen gefunden werden. In der neuen Regierung gebe es hier „ein hohes Maß an Ernsthaftigkeit“. Dann ist ja gut.

 

Nach „ein-Teil-der-Antwort-würde-sie-nur-verunsichern“-Innenminister Thomas de Maizière übernimmt ein bissiger, bayrischer Wach-Horst das Komando des Heimatministeriums.
Erste Amtshandlung: Nach Schäuble, Wulff und Merkel stellt der frisch ins Amt gehobene Minister klar: der Islam gehört nicht zu Deutschland.
Die AfD reklamiert da bereits eine Urheberrechtsverletzung. André Poggenburg aus der Sachsen-Anhalt-AfD wirft dem frischen Minister vor, im AfD-Programm zu wildern.

 

So, wie Donald Trump im Programm der Europäischen Union wildert. In der Abschottung und dem Schutz der eigenen Industrie durch Strafzölle. Agrarprodukte aus den USA werden auf dem Weg in die EU mit etwa 20% belegt, Schweinefleisch mit 25% und Rindfleisch mit rund 70% Strafzoll.
Da ist sie wieder, die hochgepriesene „westliche Wertegemeinschaft“.
Aber wer Werte will, will streiten. Bewertungen ist immer die Sache des Einzelnen oder von Gruppierungen. Aber „westliche Normengesellschaft“ klingt nicht so hübsch.

 

Vielleicht wird es Zeit, sich wie früher noch einmal mit einem Märchenbuch in die stille Ecke zurückzuziehen, um all das, was wir nicht rational erklären können, mit magischen Vorstellungen zu belegen.
Das kommende verregnete Wochenende wäre wie gemacht dafür.

In diesem Sinn. Bleibt bunt.

Marcus

 

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FreitagsBrief 9/2018

Nach Norbert- „die Rente ist sicher“- Blüm stellt seit annähernd 20 Jahren die SPD den Bundesminister für Soziales.
Riester, Ulla Schmidt, Clement, Müntefering, Scholz, Jung und nach einer kurzen Phase mit der späteren und heutigen Kriegsministerin, folgte die Nahles.
Fast 20 Jahre in Regierungsverantwortung für Soziales.
In der Zeit sind die Tafeln in Deutschland von ursprünglich 220 auf heute 934 angewachsen. Errungenschaften, wie Stigmatisierung oder gesellschaftliche Isolation, Demütigung und Entmündigung werden salonfähig. Und so hat sich unter der damaligen „Schröder-SPD“ Deutschland sozial und politisch gespalten. Es fehlte von Stund´ an die politische Repräsentation von finanziell Schwachen oder Arbeits- und Erwerbslosen.
Und damit das auch schön so bleibt, haben sich 66 Prozent im Mitgliedervotum für den Eintritt in die GroKo entschieden. Eine funktionierende Opposition wäre da nur störend.

 

Die Verkündung nach der Auszählung der Stimmen des Mitgliedervotums glich eher einer Aussegnung denn eines erhofften Sieges. “Die Mitglieder der SPD sind mit großer Mehrheit der Empfehlung des Parteivorstands gefolgt”, so Olaf Scholz völlig regungslos mit einem recht überschaubaren Gesichtsausdruck.  “Das schafft jetzt die Kraft, um unser Land auf den richtigen Weg zu bringen.”
Das „Projekt 10%“ ist also gestartet!

 

Die Gleichstellungsbeauftragte des Familienministeriums, Kristin Rose-Möhring, hat einen Änderungsvorschlag zur Nationalhymne vorgebracht. Anläßlich des internationalen Frauentages am achten März solle man doch bitte darüber nachdenken, ob man die deutsche Nationalhymne nicht geschlechtsneutral ändern könne. Statt „Vaterland“ könne man doch dann „Heimatland“ trällern und das Adjektiv „brüderlich“ durch „couragiert“ ersetzen.
Die Genderfrage beschäftig die Nation offensichtlich in ungeahntem Ausmaß. Da werden die zu Höherem erkorenen Damen der neuen GroKo auch gerne mal etwas militanter in der Ausdrucksweise. So, wie Frau Bär. Seit jüngstem die neue Staatsministerin für Digitales in Berlin.
„Meine neue Aufgabe ist riesig und schwer. Wenn sie leicht wäre, hätte es ja auch ein Mann machen können“, so Dorothee Bär.
Hätte diesen Satz ein Mann ausgesprochen, würde der umgehend medial geteert und gefedert.

 

Wörter wirken gelegentlich wie Drogen oder Analgetika.
Der Schmerz geht, und die Welt sieht wieder rosa, schön und verläßlich aus. Und trotzdem kommt irgendwann das Erwachen und die Pest klebt einem immer noch an den Hacken.
Der VDA, Spitzenverband der deutschen Automobil-Industrie, packt das Streben nach möglichst hohem Umsatz in so schmeichelhafte Worten und nennt es „beschleunigte Flottenerneuerung“. Der Verband weist darauf hin, dass über eben diese Flottenerneuerung „die Problematik der innerstädtischen Luftqualität gelöst werde.“
Ein kleiner steuerlicher Anreiz und schon wird sicher gerne der gestern noch passable Euro-5-Diesel in einen Euro-6d-Diesel umgetauscht. Und da die alten Diesel am Tag der Zulassung die seinerzeit gültigen Werte eingehalten haben, bleiben zwei Protagonisten übrig, die die Zeche bezahlen: der Autobesitzer und der Steuerzahler. Am Ende wird es im Kollektiv ausgefochten: Wenn erstmal die steuerliche Förderung beschlossen ist, werden die nötigen Bauteile für die drei Millionen Euro-5-Diesel aus den Schubladen der Hersteller geholt.

 

Die größten Diesel-Umweltferkel sind, neben der Schweröl-angetriebenen Schifffahrt: Panzer.
Um also Schaden vom Volke fernzuhalten, werden die kettenbetriebenen Verteidigungsvehikel nicht umgerüstet oder gar der Betriebserlaubnis beraubt. Nein, der Betrieb der Kampfmaschinen wird outgesourcet.

 

Eine deutsche Flaschenpost wurde nach 132 Jahren an die Küste Australiens angespült.
Da wird doch jeder DHL-Fahrer blass vor Neid. Nix Kärtchen in den Kasten … „wir haben Sie nicht angetroffen“ … Das ist mal Ausdauer. Wieviel Zustellversuche passen wohl in 132 Jahre?

 

Donald Trump fühlt sich ungerecht behandelt.
Zunächst werden Stahl und Aluminium mit Strafzöllen belegt, um die „Amerika-First“-Wirtschaft zu schützen. Die EU antwortet mit Zoll auf Orangensaft, Whiskey und – Erdnussbutter.
Strafzoll auf Erdnussbutter – das verschafft gehörigen Respekt.

 

Gegen Ende der Woche dann ein gesellschaftliches Highlight: der Weltfrauentag.
Eine Drogeriekette, die deutschlandweit Geschäfte betreibt, benennt eine Filiale im Norden der Republik vorübergehend in „Rossfrau“ um. In Zeiten von „metoo“ kommt es natürlich gut an, sich Frauenrechte auf die Fahne zu schreiben.
Ich möchte da nicht beiseite stehen und mich mit – im weitesten Sinn – Weltfrauentags-Cartoons in das bevorstehende Wochenende verabschieden.

Bleiben Sie neugierig, stark und bunt.

 

Marcus

FreitagsBrief 8/2018

Willkommen im März, dem meteorologischen Frühlingsbeginn.

Ein peinlicher Auftritt zum Wochenwechsel: die deutsche Einhockey-Nationalmanschaft vermasselt das Spiel gegen Russland in der letzten regulären Spielzeit.
Also werden alle Fahnen wieder abmontiert und der schon geplante Autokorso durch die Innenstadt abgeblasen.
Um dem drohenden depressiven Verfall der deutschen Sportbegeisterten entgegenzuwirken, zieht Angela Merkel, geschäftsführende Kanzlerette, die Präsentation ihrer neuen Minister vor. Flinten-Uschi bekommt noch einmal vier Jahre, um die restlichen Boote, Flugzeuge und Panzer einer pazifistischen Verwertung zuzuführen und als besonderes Bonbon befördert Angela ihren „schärfsten Kritiker“ in´s Parlament – der 32-jährige Politologe Jens Spahn soll Gesundheitsminister werden. Endlich trifft ein Ministeramt auf gewachsene Kompetenz!

Spahn gründete 2006 mit seinen Jugendfreunden Markus Jasper und Max Müller eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts), die Inhaber der Agentur Politas ist. Und die berät schwerpunktmäßig Klienten aus dem Medizin- und Pharmasektor.
Max Müller arbeitete dazu als Lobbyist für den Pharma-Großhändler Celesio und für die Rhön-Kliniken.
Als Gesundheitsminister entwickelt Spahn also die neuesten Gesetze und Reformen im Gesundheitsbereich, während seine Agentur die Kunden ohne zeitliche Verzögerung informieren und beraten kann.
„Einen Interessenkonflikt wird es zu keinem Zeitpunkt geben. Lobbyarbeit und politische Arbeit seien räumlich klar getrennt.“ – Das beruhigt.
Ein verjüngtes Kabinett nach alten Mustern.

 

Die Agenda 2010 wird ein Exportschlager.

Macron will hoch die verschuldete Eisenbahn privatisieren und geht auf Konfrontationskurs zu den Gewerkschaften. Die Arbeitnehmervertretung vertritt eine hierzulande leider in Vergessenheit geratene Beziehung zu Bahn, Post oder auch Krankenhäusern. Es muss wieder zur Daseinsvorsoge gehören und sich nicht „rechnen“.
Oder wie Heiner Geißler einst sagte: „Wir haben Geld auf der Welt, wie Dreck. Wir könnten vieles finanzieren zum Wohle des Menschen. Wenn wir nur wollten und uns nicht immer wieder aufs neue von der Wirtschaftslobby einlullen lassen würden.“

 

Lutz Schelhorn, Präsident der Hells Angels in Stuttgart, kam diese Woche nach Karlsruhe, um beim Bundesverfassungsgericht eine Klage einzureichen. Er und alle anderen Hells Angels in Deutschland dürfen seit etwa einem Jahr ihre Club-Abzeichen nicht mehr in der Öffentlichkeit tragen. Für ihn habe das im normalen Alltag gravierende Folgen.
Zitat Herr Schelhorn: “Ich bin persönlich betroffen, weil ich nicht mehr schwimmen gehen kann. Ich habe das Abzeichen auf dem Rücken tätowiert. Ich habe es mir zu Zeiten tätowieren lassen, als es noch legal war. Eine gewisse Rechtssicherheit sollte es eigentlich geben. Jetzt muss ich mir im Freibad den ganzen Rücken abkleben. Das kann es ja auch nicht sein.“
Inzwischen werden durch Burka-, Niqab- oder Hidschab -Spenden der Migranten die allergrößten Nöte der harten Jungs gemildert und einem Besuch in öffentlichen Bädern steht nichts mehr im Weg. Um Kraft zu tanken für die anstrengende Geschäftsführung.

 

Kalt war es diese Woche. Hoch Hubert hat uns da ganz schön den Frost in die schlecht durchblutenden Ohrläppchen gejagt.
Da blickt man neidvoll auf die, die sich eine Reise in den warmen Süden gönnen.

 

Und warum das alles?
Fehlendes Eis entblößt den dunklen Ozean, sodass dieser im Sommer mehr Wärme aufsaugt und diese im Winter ohne die Isolationsschicht des Eises leichter wieder abgeben kann. Die eisfreie Arktis wirkt also wie eine Pumpe, die Kälte in den Süden treibt.
Bitte. Gerne geschehen.

 

Der Aufreger der Woche? Diesel.
Das Bundesverwaltungsgericht macht den Weg frei für innerstädtische Fahrverbote.
Und das im Autoland Deutschland.
Vollmundig erklären die Berliner Bürger-Vertreter: „Wer’s verbockt hat, soll zahlen“
Also ähnlich, wie … bei den Fehlentscheidungen der Banken?
Bei er Elbphilharmonie?
Bei Stuttgart 21?
Oder dem Flughafen BER?
Auch da hat ja am Ende der gezahlt, der „es verbockt hat“.
Und in der Zwischenzeit erfahren (was ein nettes Wortspiel) die Dieselfahrer einen völlig neuen Stellenwert in der Gesellschaft.

 

Angestoßen hat dieses Gerichtsurteil die Klage der Deutschen Umwelt Hilfe, ein Verband mit 273 Mitglieder. Dabei stellte sich heraus, dass der betroffene Anteil der Dieselfahrzeuge bei einem japanischen Automobilhersteller besonders hoch ist.
95% der Fahrzeuge von Toyota haben Schadstoffwerte unterhalb der Euro-6-Norm.
Toyota.
Das ist der Automobil-Riese, der seit gut 10 Jahren die Deutsche Umwelt Hilfe finanziell in nicht unerheblichem Maß unterstützt. Vielleicht sollten sich BMW, Daimler und Volkswagen, die von der DUH der Täuschung bezichtigt werden, um eine Mitgliedschaft bemühen, um ähnlich von Desinteresse belegt zu werden, wie es sich die Japaner bei der DUH sicher sein können.

 

Das Bundeskriminalamt setzt Staatstrojaner in aktuell laufenden Ermittlungsverfahren ein, um die Kommunikation und Daten von Verdächtigen auszuspionieren. Welche Sicherheitslücken genutzt wurden, was genau die Spionagesoftware alles kann und wie oft sie schon eingesetzt wurde, bleibt bis auf Weiteres unbekannt. Genauso unbekannt, wie der Weg, den Hacker nun in entgegengesetzter Richtung in das Datennetz der Bundesregierung genommen haben.
Auch hier wurde durch die Hacker eine Schadsoftware eingeschleust und entdeckt wurde der Angriff erst nach einem ganzen Jahr. Ein Jahr.
Die NSA ist doch schon über so viele Jahre drin, was soll also die Aufregung!

 

Jede Qual hat irgendwann ein Ende.
Heute Nacht läuft das SPD-Mitgliedervotum aus.
Die Frage aller Frage, medial rauf- und runtergespielt:
Was passiert, wenn sich die Mehrheit gegen eine GroKo ausspricht.
Hier und heute die allumfassende Antwort:

Dann dreht sich diese Welt weiter um ihre Achse.

 

Sollte es also, wie erwartet und gewiß sehr transparent veröffentlicht, zu einer Wiederauflage der oppositionsbefreiten Regierung kommen, startet zeitgleich der drittel Teil des Abenteuers der Angela M. „Mission Impossible“, Teil 3.

 

In diesem Sinn ein schönes, entspanntes oder aufregendes Wochenende. Ganz nach Belieben.

Bleibt bunt, neugierig und stark.

 

Marcus

Wer mag, sende mir eine Mail an marcus@gottfried.online und läßt sich im Verteiler listen, auf das der FreitagsBrief durch Eure Hand reichlich Verteilung findet in dieser bunten, unüberschaubaren Online-Welt.

Für die Abbestellung der wöchentlichen Postille gilt der gleiche Weg.

 

 

 

 

FreitagsBrief 7/20018

Denis Yücel ist frei, der Basar ist eröffnet.
Nach der Freilassung des Welt-Journalisten setzt die Türkei auf eine stärkere Zusammenarbeit – insbesondere im Rüstungsbereich. Deutschland soll sich beim geplanten Bau von 1000 Kampfpanzern beteiligen. Zwischen Mitte Dezember 2017 und Ende Januar 2018 gab es 31 Rüstungsexporte in die Türkei. Also annähernd täglich genehmigt die Bundesregierung einen Rüstungsexport für den türkischen Präsidenten Erdogan. Schließlich will die Besetzung Afrins gemeistert werden.

 

Die Türkei weiß offensichtlich, wofür gutes Kriegsspielzeug kurzfristig von Nöten ist.
Bei der Bundeswehr dagegen fehlen (neben Problemen bei Panzern, Schiffen und Hubschraubern) offenbar auch ausreichend Schutzwesten, Zelte und Winterbekleidung bei der Eingreiftruppe. Die fehlende Winterkleidung ist dabei besonders besorgniserregend. Wir haben da ja unsere Erfahrungen.
Im Bereich der „beweglichen Unterbringung im Einsatz“ weise das Heer bis mindestens 2021 eine „Fähigkeitslücke“ auf. Gewiß hat Flinten-Uschi mindestens 5 Planstellen, um solch eine Phantasie bei der Wortfindung zu vollbringen.

 

Nestlé hat weltweit Wasserrechte gekauft, auch in sehr trockenen Regionen. Nestlé investiert beispielsweise in Nigeria und Äthiopien. Mehr als sieben Milliarden Euro Umsatz jährlich macht der Schweizer Konzern im Geschäft mit dem Wasser. Das Prinzip ist ganz einfach: Sie verkaufen abgefülltes Tafelwasser. Das ist Leitungswasser. Dieses wird direkt aus dem Grundwasser abgepumpt und der durstenden Bevölkerung überteuert in Plastikflaschen wieder verkauft.
Aber nun regt sich Widerstand!
Ein global Player stellt sich Nestlé entgegen! Edeka!
Edeka hat die Bestellung von 163 Nestlé-Produkten gestoppt.
Der Grund ist allerdings nicht das menschenverachtende Geschäftsmodell.
Nestlé verlange zu hohe Einkaufspreise.

 

Von dieser Woche an entscheiden die SPD-Mitglieder über die geplante große Koalition mit der Union. Die zwei dicksten Wahlverlierer starten ein “tolles Signal lebendiger Demokratie“. Zitat Andrea „Bätschi“ Nahles.

 

Vor zwanzig Jahren erfand Werner Weisweiler, Professor an der Universität Karlsruhe, den Ammoniak-Generator. Da ahnte noch niemand, dass es eines Tages den Diesel in die Verdammnis treibt. Gut, dass die Erfindung so lange her ist. Dann werden sich hoffentlich nicht so furchtbar viele Leute damit beschäftigen wollen.
Um den Diesel innenstadttauglich zu machen, braucht es Ammoniak aus Harnstoff. Im auto-deutsch nennt man das heute AddBlue und das bildet sich im heißen Abgas von allein. Das ist aber deutlich weniger effektiv, als wenn man einen geregelten Ammoniak-Generator benutzt. Den von Professor Weinweiler. Blöd jetzt. Die Autohersteller haben sofort abgewunken: Kosten und Zeit! Ganz schlecht!
Und wenn dann noch die Bundesregierung das Angebot macht, dass der Steuerzahler – also auch der, der überhaupt kein Auto hat – finanziell einspringt, läßt der Neuverkauf die Kasse klingeln.

 

Deutsche Bundesbahn , Bundesanstalt für Flugsicherung, Deutsche Bundespost, Lufthansa, VIAG, VEBA, Flughafen Hamburg, Bundesanzeiger, Lübecker Hafengesellschaft, Fraport, IVG Immobilien – alles Bundeseinrichtungen, die privatisiert wurden. Aber jetzt hört der Spaß auf. Das nächste Kulturgut soll aus der gesellschaftlichen Verantwortung entlassen werden. Die Kosten für Polizeieinsätze bei so genannten Hochsicherheitsrisikospielen sollen die Vereine tragen.

 

US-Präsident Donald Trump hat von Schulmassakern betroffene Täter, Eltern, Lehrer und Schüler empfangen. Der Präsident will prüfen, ob Lehrer und andere Mitarbeiter in Schulen künftig bewaffnet werden können. Dies könne womöglich „das Problem lösen“, so Trump. Schließlich dauere es durchschnittlich fünf bis acht Minuten, bis die Polizei nach einem Notruf an einer Schule ankomme. Massenschießereien an Schulen dauerten im Schnitt drei Minuten. Eine bezwingende Logik.

 

Mit dem Brexit klafft eine erhebliche Finanzierungslücke bei den zu verteilenden Fördergeldern der EU. Auszahlung nur in Abhängigkeit vom Engagement bei der Aufnahme von Flüchtlingen? Gegen diesen Vorschlag aus Berlin wehrt sich Polen entschieden. Gestern noch Flüchtender, heute schon Verhandlungsmasse. Oder, wie es in Bundeswehr-Deutsch heißen könnte: Im Bereich der „Unterbringung von Flüchtenden“ weise Polen bis auf weiteres eine „Fähigkeitslücke“ auf.

 

Jeremiah Cottel, ein Ex-US-Soldat, kam nach einer Hirnverletzung in Afghanistan auf die Idee, sein halbautomatisches Sturmgewehr zu frisieren, um schneller schießen zu können. Eine großartige Geschäftsidee, die ihm mit seiner Firma „Slide Fire Solutions“ Millionen an Umsätzen einbrachte und die „Bump Stocks“ (Gerätschaften, die am Kolben eines Gewehres angebracht werden und dem Schützen eine rasend schnelle Schussquote ermöglichen) werden seit Jahren in Supermarkt-Ketten wie WalMart verkauft. Durch einen etwas irritierten jungen Mann sind diese Ladevorrichtungen ein wenig ins Gerede gekommen.

 

Trennungen sind hart. Finanzielle Nöte, seltsame Gefühlsschwankungen und peinliche Gefühlsausbrüche sind nur einige der unangenehmen Nebenwirkungen. Gefangen zwischen himmelhochjauchzend (endlich ist es vorbei!) und zu Tode betrübt (Oh Gott, es ist vorbei), ist man oft dazu verleitet, fragwürdige Entscheidungen zu treffen. Besonders weit verbreitet dabei, und besonders schlimm: „Sex mit der Ex“. Was treibt uns dazu, auf Liebschaften zurückzugreifen, wenn die davor so spektakulär gescheitert sind?
Die Erklärung: Es ist ist müheloser, gewohnter und vorhersehbarer.
Es gibt keine Hemmungen. Im besten Fall kennt die andere jeden Makel, jedes Muttermal und jede Perversionen. Sie weiß, wie sie reden muss und was sie lieber bleiben lassen sollte. Und das Beste daran ist: Man kann sich voll und ganz fallen lassen, da man ja bereits jede Peinlichkeit mit der Ex durchlebt hat. Warum sich also auf unbekanntes Terrain begeben?
In diesem Sinn, Genossen, mutig voran! Mutti wartet.

 

Eine bunte Woche geht zu Ende und kalt soll es werden. Und glatt!
Ich wünsche ein hoffentlich sonniges, entspanntes und unfallfreies Wochenende.

Bleibt bunt, stark und neugierig.

Marcus

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FreitagsBrief 6/2018

In wenigen Wochen läuft das Mandat der Bundeswehr im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ aus. Die Bundeswehr, Kriegspartei im Syrienkrieg, soll nach dem erfolgreichen Kampfeinsatz als Anschlußverwendung im Norden des Irak den kurdischen Peschmerga Unterstützung leisten.
Die deutsche Marine kann da leider nicht hilfreich zur Seite stehen; der wassergebundenen Armee gehen schneller die einsatzfähigen Schiffe aus, wie der SPD die Vorsitzenden.

Dabei sucht Flinten-Uschi nicht nur eine Lösung für die Marine. Die Bundeswehr sucht weiter einen Nachfolger für ihr „Ich-kann-um-die-Kurve-schießen“ – Sturmgewehr G36. Nach SigSauer ist nun auch Rheinmetall/Steyr-Mannlicher aus dem Angebotsverfahren ausgestiegen.

Die Staffelübergabe bei der SPD gestaltet sich schwieriger, als von Schulz/Nahles geplant.
Es ist angedacht, die Vergabe des  Vorsitz der ehemaligen Volkspartei zukünftig ähnlich einer Erbmonachie zu gestalten. Mitgliederbefragungen oder Ur-Wahlen bremsen da nur.

Vorerst, kommissarisch sozusagen, wird aus Schulz ein Scholz.
Auf dass die Partei nicht zu sehr nach links rückt, schickt Olaf die Revoluzzer aus den eigenen Reihen zum nächsten G20-Gipfel erstmal in`s Schanzenviertel zum abkühlen.
Die Zukunft des „Herrn mit den Haaren im Gesicht“ ist jedenfalls recht überschaubar.

Aber es sollen ja keine Personalfragen im Vordergrund stehen.
„Im Zentrum unserer Gesundheitspolitik stehen die Patientinnen und Patienten und die Qualität ihrer medizinischen Versorgung“ – ein wunderbarer, epochaler Satz, frisch aus dem Koalitionsvertrag der möglichen GroKo. Wenn das nicht´s wird.

Die Unterschiede beim Gehalt von Männern und Frauen sind bekanntermaßen groß. Besonders im Osten. Da verdienen die Damen etwa 10% mehr. Diese Lohn-Lücke – auf neudeutsch „Gender-Pay-Gap“ – ist vermutlich der Grund, warum so viele ostdeutsche Männer der AfD ihre Aufwartung machen.

In diesen alternativen Parteikreisen war auch sehr schnell klar, dass das Attentat vom Kölner Karneval nur einen islamitischen Hintergrund haben kann.

Fünf Verletzte in Köln.
So viel Glück war in den USA diese Woche beim Amoklauf des ehemaligen Schülers nicht zu erwarten.
18 Vorfälle dieser Art in diesem jungen Jahr, 290 in den letzten 5 Jahren. Konsequenz: 0.

Nachdem man sich mittlerweile gelangweilt bis angewidert von den SPD-Scharmützeln abwendet, entdeckt man alte bekannt wieder: den Diesel!
Um der Luft in den Innenstädten schnell und erfolgversprechend auf die Sprünge zu helfen, wird der kostenlose öffentliche Personennahverkehr ins Spiel gebracht.
Wie das im Auge der Zweifler dann aussieht, zeigt seit graumer Zeit schon die Bahn.
Nur eben nicht kostenlos.

Nutella hat sein Rezept verändert. Weniger Kakao, mehr Milchpulver
In einem 450 Gramm-Glas steckten vorher 33,75 Gramm Milchpulver.
Nun sind es 39,15 Gramm, satte 16 Prozent mehr. Das klingt viel. Ist es aber nicht.
Fragen sie mal die SPD nach 16%.

Auf das die verlängerte Narrenzeit in Berlin ein Ende findet.
Ich wünsche ein sonniges, entspanntes und rutschfestes Wochenende.

Bleibt bunt, stark und neugierig.

Marcus

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FreitagsBrief 5/2018

Eine weitere GroKo-Woche neigt sich dem Ende. Hoffentlich.
Keine Satire, kein Kabarett könnte das liefern, was die Sozialdemokraten zur Zeit aufführen.
„Oh, Boden tu´Dich auf und lass uns vor Scham versinken.“

 

Zum Wochenstart wurde noch verhandelt.
Bis dahin war die Welt noch einigermaßen in Ordnung.
Im italienischen Macerata feuert ein Mann aus vermutlich rassistischen Beweggründen auf sechs Afrikaner. Außenseiter Philadelphia gewinnt den Super Bowl, und am 5. Februar 2018 sind 28 Jahre, zwei Monate und 27 Tage vergangen. Genauso lange trennte die Berliner Mauer in der Zeit zwischen dem 13. August 1961 und dem 9. November 1989 Menschen in Ost und West. Und hier geht der Zirkus weiter ….

 

Die deutschen Landwirte werden sich auf finanzielle Kürzungen der EU-Gelder einstellen müssen. Im Budget fehlen wegen des Brexits voraussichtlich bis zu 14 Milliarden Euro an britischen Beiträgen. Um die Bauern vorab zu entlasten, werden die Kosten zur Reinigung des düngelmittel-verseuchten Grundwassers auf die Verbraucher umgelegt. CDU und SPD hatten im Entwurf ihres Koalitionsverhandlungspapiers die Forderung aufgegriffen und wollten die Hersteller und Verursacher in die Pflicht nehmen. Doch die Forderung wurde nun ersatzlos gestrichen.

 

100 Jahre Frauenwahlrecht in Großbritannien. Zu diesem Feiertag plant die SPD hinter vorgehaltener Hand Martin Schulz durch Andrea Nahes zu ersetzen.
Andrea – „auf die Fresse“ – Nahles soll also neue Vorsitzende der SPD werden.
Eine Frau, die sagt, was sie denkt. Und was sie denkt, ist das Problem, nicht, dass sie es sagt.
Frau Nahles war für den Seeheimer Kreis und die Wirtschaftslobby sehr aktiv. Als begeisterte Anhängerin der Agenda 2010 hat sie Schröder´s Baby nicht nur fortgeführt, sondern nach Kräften ausgebaut. Beim Abbau von Arbeitnehmerrechten (Beispiel GDL) war sie in vorderster Front dabei. Die geplante Lähmung der Gewerkschaften geht auf ihr Konto.
Willkommen, Frau Bätschi.

 

Der Wendehals (Jynx torquilla martin schulza) ist der aktivste deutsche Vertreter der Gattung Jynx, der in Berlin beheimateten sozialdemokratischen Wendehälse (Jynx ruficollis sozialdemokratis). Die Art ist von Würselen bis in an die Spitze der alternden Volkspartei verbreitet. Berlin ist flächendeckend besiedelt.
Deutschlands bekanntestes Exemplar stellt sich nun der Mitgliederbefragung.
Und dabei geht es nicht nur um eine marktkonforme Regierung, sondern um das Wohl und Weh einiger anderer Protagonisten.

 

Endlich! Endspurt in der fünften Jahreszeit!
Zeit für den organisierten und gesellschaftlich akzeptierten Seitensprung.
Gibt´s auf Haiti übrigens auch. Da allerdings werden Seitensprünge und Besuche bei Prostituierten von den Arbeitgebern bezahlt. Die Hilfsorganisation Oxfam finanziert das über die Spendengelder. Ein beneidenswertes Geschäftsmodell. Wenn das seinerzeit schon VW in Brasilien gewußt hätte ….

 

„Betrachte die Lage von allen Seiten, und Du wirst offener werden.“ Ein Zitat des Dalai-Lama, das Mercedes auf dem Instagram-Account in China gepostet hat. Nun ist die Beziehung zwischen Herrn Lama und den Chinesen etwas angespannt. Aber der chinesische Markt für Mercedes sehr wichtig. Mit der nachgereichten Botschaft : „Man erkenne, dass man die Gefühle der Menschen in China verletzt habe und Daimler werde sein Verständnis für die chinesischen Werte vertiefen“ , werden hoffentlich schwerere finanzielle Einbußen abgefedert.
100 Euro, ohne Gummi 200.

 

In der Olympia-Stadt verbreitet sich das Norovirus. Bestimmt haben die Russen (die waren es ja seither immer) das Virus mit Trollen in das Grundwasser von Pyeongchang geschleust und rächen sich für die Absage des IOC.

 

Im Februar 1998 stirbt mit 41 Jahren Johann „Hans“ Hölzel, besser bekannt als „Falco“.
20 Jahre später, im Februar diesen Jahres Rolf Zacher. Genie und Wahnsinn, Weltruhm und Drogen. Aber Typen.
Und im Angesicht vom Zustand der GroKo-Protagonisten wird die Sehnsucht nach „Typen“ schon fast quälend.

 

Ich wünsche ein entspanntes Wochenende.

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