Archiv für den Monat: Februar 2018

FreitagsBrief 7/20018

Denis Yücel ist frei, der Basar ist eröffnet.
Nach der Freilassung des Welt-Journalisten setzt die Türkei auf eine stärkere Zusammenarbeit – insbesondere im Rüstungsbereich. Deutschland soll sich beim geplanten Bau von 1000 Kampfpanzern beteiligen. Zwischen Mitte Dezember 2017 und Ende Januar 2018 gab es 31 Rüstungsexporte in die Türkei. Also annähernd täglich genehmigt die Bundesregierung einen Rüstungsexport für den türkischen Präsidenten Erdogan. Schließlich will die Besetzung Afrins gemeistert werden.

 

Die Türkei weiß offensichtlich, wofür gutes Kriegsspielzeug kurzfristig von Nöten ist.
Bei der Bundeswehr dagegen fehlen (neben Problemen bei Panzern, Schiffen und Hubschraubern) offenbar auch ausreichend Schutzwesten, Zelte und Winterbekleidung bei der Eingreiftruppe. Die fehlende Winterkleidung ist dabei besonders besorgniserregend. Wir haben da ja unsere Erfahrungen.
Im Bereich der „beweglichen Unterbringung im Einsatz“ weise das Heer bis mindestens 2021 eine „Fähigkeitslücke“ auf. Gewiß hat Flinten-Uschi mindestens 5 Planstellen, um solch eine Phantasie bei der Wortfindung zu vollbringen.

 

Nestlé hat weltweit Wasserrechte gekauft, auch in sehr trockenen Regionen. Nestlé investiert beispielsweise in Nigeria und Äthiopien. Mehr als sieben Milliarden Euro Umsatz jährlich macht der Schweizer Konzern im Geschäft mit dem Wasser. Das Prinzip ist ganz einfach: Sie verkaufen abgefülltes Tafelwasser. Das ist Leitungswasser. Dieses wird direkt aus dem Grundwasser abgepumpt und der durstenden Bevölkerung überteuert in Plastikflaschen wieder verkauft.
Aber nun regt sich Widerstand!
Ein global Player stellt sich Nestlé entgegen! Edeka!
Edeka hat die Bestellung von 163 Nestlé-Produkten gestoppt.
Der Grund ist allerdings nicht das menschenverachtende Geschäftsmodell.
Nestlé verlange zu hohe Einkaufspreise.

 

Von dieser Woche an entscheiden die SPD-Mitglieder über die geplante große Koalition mit der Union. Die zwei dicksten Wahlverlierer starten ein “tolles Signal lebendiger Demokratie“. Zitat Andrea „Bätschi“ Nahles.

 

Vor zwanzig Jahren erfand Werner Weisweiler, Professor an der Universität Karlsruhe, den Ammoniak-Generator. Da ahnte noch niemand, dass es eines Tages den Diesel in die Verdammnis treibt. Gut, dass die Erfindung so lange her ist. Dann werden sich hoffentlich nicht so furchtbar viele Leute damit beschäftigen wollen.
Um den Diesel innenstadttauglich zu machen, braucht es Ammoniak aus Harnstoff. Im auto-deutsch nennt man das heute AddBlue und das bildet sich im heißen Abgas von allein. Das ist aber deutlich weniger effektiv, als wenn man einen geregelten Ammoniak-Generator benutzt. Den von Professor Weinweiler. Blöd jetzt. Die Autohersteller haben sofort abgewunken: Kosten und Zeit! Ganz schlecht!
Und wenn dann noch die Bundesregierung das Angebot macht, dass der Steuerzahler – also auch der, der überhaupt kein Auto hat – finanziell einspringt, läßt der Neuverkauf die Kasse klingeln.

 

Deutsche Bundesbahn , Bundesanstalt für Flugsicherung, Deutsche Bundespost, Lufthansa, VIAG, VEBA, Flughafen Hamburg, Bundesanzeiger, Lübecker Hafengesellschaft, Fraport, IVG Immobilien – alles Bundeseinrichtungen, die privatisiert wurden. Aber jetzt hört der Spaß auf. Das nächste Kulturgut soll aus der gesellschaftlichen Verantwortung entlassen werden. Die Kosten für Polizeieinsätze bei so genannten Hochsicherheitsrisikospielen sollen die Vereine tragen.

 

US-Präsident Donald Trump hat von Schulmassakern betroffene Täter, Eltern, Lehrer und Schüler empfangen. Der Präsident will prüfen, ob Lehrer und andere Mitarbeiter in Schulen künftig bewaffnet werden können. Dies könne womöglich „das Problem lösen“, so Trump. Schließlich dauere es durchschnittlich fünf bis acht Minuten, bis die Polizei nach einem Notruf an einer Schule ankomme. Massenschießereien an Schulen dauerten im Schnitt drei Minuten. Eine bezwingende Logik.

 

Mit dem Brexit klafft eine erhebliche Finanzierungslücke bei den zu verteilenden Fördergeldern der EU. Auszahlung nur in Abhängigkeit vom Engagement bei der Aufnahme von Flüchtlingen? Gegen diesen Vorschlag aus Berlin wehrt sich Polen entschieden. Gestern noch Flüchtender, heute schon Verhandlungsmasse. Oder, wie es in Bundeswehr-Deutsch heißen könnte: Im Bereich der „Unterbringung von Flüchtenden“ weise Polen bis auf weiteres eine „Fähigkeitslücke“ auf.

 

Jeremiah Cottel, ein Ex-US-Soldat, kam nach einer Hirnverletzung in Afghanistan auf die Idee, sein halbautomatisches Sturmgewehr zu frisieren, um schneller schießen zu können. Eine großartige Geschäftsidee, die ihm mit seiner Firma „Slide Fire Solutions“ Millionen an Umsätzen einbrachte und die „Bump Stocks“ (Gerätschaften, die am Kolben eines Gewehres angebracht werden und dem Schützen eine rasend schnelle Schussquote ermöglichen) werden seit Jahren in Supermarkt-Ketten wie WalMart verkauft. Durch einen etwas irritierten jungen Mann sind diese Ladevorrichtungen ein wenig ins Gerede gekommen.

 

Trennungen sind hart. Finanzielle Nöte, seltsame Gefühlsschwankungen und peinliche Gefühlsausbrüche sind nur einige der unangenehmen Nebenwirkungen. Gefangen zwischen himmelhochjauchzend (endlich ist es vorbei!) und zu Tode betrübt (Oh Gott, es ist vorbei), ist man oft dazu verleitet, fragwürdige Entscheidungen zu treffen. Besonders weit verbreitet dabei, und besonders schlimm: „Sex mit der Ex“. Was treibt uns dazu, auf Liebschaften zurückzugreifen, wenn die davor so spektakulär gescheitert sind?
Die Erklärung: Es ist ist müheloser, gewohnter und vorhersehbarer.
Es gibt keine Hemmungen. Im besten Fall kennt die andere jeden Makel, jedes Muttermal und jede Perversionen. Sie weiß, wie sie reden muss und was sie lieber bleiben lassen sollte. Und das Beste daran ist: Man kann sich voll und ganz fallen lassen, da man ja bereits jede Peinlichkeit mit der Ex durchlebt hat. Warum sich also auf unbekanntes Terrain begeben?
In diesem Sinn, Genossen, mutig voran! Mutti wartet.

 

Eine bunte Woche geht zu Ende und kalt soll es werden. Und glatt!
Ich wünsche ein hoffentlich sonniges, entspanntes und unfallfreies Wochenende.

Bleibt bunt, stark und neugierig.

Marcus

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